Titel: Biennalen in Europa · von Heinz-Norbert Jocks · S. 176
Titel: Biennalen in Europa , 2014

Zwischen Zensur und Selbstzensur

Ein Gespräch mit der Gründungsdirektorin der Manifesta 1 und geschäftsführende Direktorin der Manifesta-Stiftung seit 1996

von Heinz-Norbert Jocks

Seit 1993 für die MANIFESTA verantwortlich, sorgt Hedwig Fijen als Gründungsdirektorin seit elf Jahren dafür, dass die alle zwei Jahre stattfindende Europäische Biennale für zeitgenössische Kunst immer bekannter wird. Neben der Organisation ist sie in die inhaltliche Planung ebenso involviert. Nur einmal musste dieses Europäische Festival für zeitgenössische Kunst ausfallen, nämlich 2006 in Nicosia. Fijen, geboren 1961, ist über die Grenzen des Königreiches der Niederlanden durch ihre Mitwirkung als Jurorin und Beraterin in verschiedenen Gremien und Institutionen bekannt. Fijen studierte Geschichte, Architektur und Kunstgeschichte. Als Kuratorin war sie auf Kuba, in der Sowjetunion und in anderen osteuropäischen Ländern tätig. Mit ihr sprach Heinz-Norbert Jocks über die Besonderheiten und die Geschichte der Manifesta als europäische Biennale.

Heinz-Norbert Jocks: Gerne würde ich von Ihnen, da Sie die Gründungsdirektorin der Manifesta sind, mehr über deren Ziele und Geschichte erfahren. Was war die ursprüngliche Idee?

Hedwig Fijen: Sie korreliert mit dem Fall der Berliner Mauer, insofern Europa dadurch um acht zusätzliche Länder wuchs. Doch zwei Jahre nach dem epochenmachenden Ereignis, also 1991, aber auch noch 1992, mussten wir mit Bedauern feststellen, dass Ausstellungsmacher aus dem Westen immer noch nicht mit Künstlern aus dem Osten kommunizierten. So besuchte Catherine David anlässlich der Vorbereitungen Ihrer Documenta weder Studios in Moskau noch Künstler in Warschau. Auch Hans Ulrich Obrist ließ Bratislava und Moskau außen vor. Der Osten wurde wie ein Niemandsland behandelt, man schenkte ihm…

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