Ausstellungen: Köln · von Claudia Posca · S. 318
Ausstellungen: Köln , 2011

Claudia Posca

Bethan Huws – Zeichnungen

»Erinnerungsbilder und andere Unschärferelationen«

Museum Ludwig, Köln, 26.11.2010 – 5.6.2011

Fast scheint sich die kleine Zeichnungen-Ausstellung der walisischen Künstlerin Bethan Huws im großen Museum Ludwig zu verstecken. In der ersten Etage am Ende des bildmächtigen Expressionisten-Saales locken schüchtern, aber präsent 27 Arbeiten auf Papier, den Gang zu wagen ins stille Gefilde abseits von Kirchner, Heckel und Co. Hier allerdings, im Zimmerkabinett der Muße, lässt sich bedauerlicherweise kaum ein Museumsbesucher blicken; und von den Wenigen wenden die meisten zu kurze Zeit auf für den zweifellos lohnenden Anblick. Den aber braucht es unbedingt in aller Ruhe, zu sehen, um zu verstehen, was der zarte Strich, das sanfte Aquarell, die reduzierte Darstellung auf meist kleinem Format zu bieten haben – dem Auge, dem Hirn, dem Verstand und der Seele. Denn die 1961 in Bangor, Nordwales/Irland geborene, heute in Paris und Berlin lebende Bethan Huws ist eine Meisterin leiser Töne. Intensiv erforscht die vor allem für ihre „Word vitrines“, Readymades, Raum- und Filminstallationen bekannte Konzeptkünstlerin das Prekäre, Ambivalente und Unzulängliche von Wahrnehmung und Sprache, von Erfahrung und individueller Verortung. Was Wunder, dass da Marcel Duchamp zu ihren absoluten Vorbildern kunsthistorischer Provenienz zählt. Jüngst noch (2010) hat sie dem Titan intellektueller Bild(er)findung in der kestnergesellschaft Hannover einen begehbaren Flaschentrocknerwald nebst integriertem Film – die Dokumentation einer Hochzeit, gefeiert unter freiem Himmel in einem Waldstück zeigend – gewidmet, während sie 2003 in der Kunsthalle Düsseldorf „Selected Textual Works“ als ephemere Architekturraum-Schrift-Schau präsentierte, nachdem vier Jahre zuvor (1998/99) im Krefelder Kaiser Wilhelm Museum erstmals ein…

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