documenta fifteen: Gespräche
Cao Minghao & Chen Jianjun
Flussquellen, Gräser und Sande
Die künstlerische Praxis von Cao Minghao und Chen Jianjun aus dem chinesischen Chengdu, sowohl forschungsbasiert als auch prozessorientiert, betont die aktiv transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Künstler*innen und ihren Partner*innen in ökologischen und soziokulturellen Bereichen.
Heinz-Norbert Jocks: Könntet Ihr Eure Arbeit einmal beschreiben?
Minghao & Jianjun: Es handelt sich um die jüngste Arbeit im Rahmen unseres langfristigen, auf Forschung, Dialog und Kollaboration beruhenden „Water System“-Projekts. Ausgehend von Recherchen vor Ort reflektieren wir über die historischen Veränderungen und gegenwärtigen Realitäten des Wassersystems, das sich vom Ober- bis zum Unterlauf des alten Bewässerungssystems Dujiangyan in der Provinz Sichuan erstreckt, und untersuchen das Zusammentreffen zwischen den auf den Menschen ausgerichteten Technologien des Managements und den physischen Formen sowie den geologischen Eigenschaften des Wassers, die eine einzigartige Struktur der Verwaltung des Wassersystems geschaffen haben.
Wir glauben, dass jeder Ort, jedes noch so kleine Detail des Wassersystems zu einer potenziellen Schule werden kann.
Für unser documenta-Projekt „Water Refuge #3“ haben wir so viele Forschungsmethoden wie möglich angewandt, und zwar im kollaborativen Modus, einschließlich Treffen mit anderen documenta-Teilnehmern und der gegenseitigen Nutzung von Arbeitsressourcen, um die vorläufigen Arbeitsmethoden des Projekts zu vervollständigen.
Das gesamte Projekt, bestehend aus der Installation im öffentlichen Raum auf dem Außengelände und den Mixed-Me-dia-Arbeiten in den Innenräumen, ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Graslandhirten im Oberlauf des Wassersystems, das sich mit den innovativsten Projekten zur Wiederherstellung von Grasland befasst, wie z. B. der Besandung, der Bewirtschaftung von Schwarzdecken und dem Bau von Schwarzzelten der Nomaden, einer…
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