Ausstellungen: Kleve , 2008

Annelie Pohlen

David Thorpe

Museum Kurhaus, Kleve, 27.1. – 12.5.2008

Es gehe „darum, eine Schutzzone herzustellen, ein bewohnbares Universum“, sagt David Thorpe zur Inszenierung seiner Werke 2006. Dass bewohnbar nicht gleich wohnlich meint, dafür bietet die erste museale Einzelausstellung des 1972 geborenen, in London lebenden Künstlers in Deutschland mit Werken aus den Jahren 1999 bis 2007 verwirrende, wenn nicht gar verstörende Einsichten.

Der Weg ins Innere von „The Defeated Life Restored“, 2007, eine der beiden jüngsten großräumigen Installationen im Museum Kurhaus, ist beschwerlich. Der enge Zugang zwischen der Museumswand und der nahezu 3 Meter hohen ‚Außenhaut’ – ein Paravent aus blau und grüntonig bemalten Glasscheiben in einer geometrisch aufgeteilten Struktur aus edlem Iroko-Holz – verunsichert. Im Inneren thronen drei futuristisch anmutende Skulpturen wie wundersam spitzzackige Sterne oder Raumfahrtzeuge kurz vor dem Start in den Weltraum auf drei seltsam aus der Zeit gefallenen, diesmal aus Holz und Plexiglas gefertigten, architektonischen Konstrukten zwischen Sockel und Pedestal. Umgeben sind sie von verführerisch schönen, altmeisterlich präzisen Aquarellen, in denen sich die Natur in einem absonderlichen Verwandlungsprozess vorstellt. Auf zwei geometrisch ornamentierten und von einem Kreis toter Äste umgebenen Stängel türmen sich Früchte dicht an dicht zu einer spitz zulaufenden Kegelform. Aus einer nahezu natürlich anmutenden Schote wächst eine raketenförmige Frucht, die eher den Verwandten der im Raum befindlichen Skulpturen, denn irgendeiner Spezies der frei wuchernden, vermeintlich natürlichen Umgebung zuzurechnen ist. Ihrer handwerklichen Erscheinung wegen verweisen diese wie alle vergleichbaren Aquarelle ins Reich der botanischen Studien, ihrer Ikonografie wegen siedeln sie im frei schwebenden Überall und Nirgendwo der Imagination,…

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von Annelie Pohlen

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