Messen & Märkte , 2016

50 Jahre Art Cologne

Die Jubiläumsmesse

Vom Kunstmarkt Köln ’67 bis heute

von Jürgen Raap

Von 1959 bis 1972 war der Kölner Galerist Hein Stünke Berater der Kasseler Documenta. Dort beobachtete er, dass an einem einzigen Tag mehr Besucher in diese Ausstellung strömten als in seine Galerieräume im ganzen Jahr. Stünke bekam kein Honorar, durfte aber stattdessen in Kassel Grafiken ausstellen und merkte, dass die Leute Kunst „nicht nur anschauen, sondern auch besitzen“ wollten: die Idee zur Gründung einer Messe für zeitgenössische Kunst war geboren. 1966 gründete Hein Stünke zusammen mit seinem Kollegen Rudolf Zwirner den „Verein progressiver deutscher Kunsthändler e.V.“, und 1967 fand zum ersten Mal im Kölner Ballhaus Gürzenich die „Mutter aller Kunstmessen“ statt – damals noch unter dem Namen „Kunstmarkt Köln ’67“.

Rund zwei Dutzend Galeristen boten damals ihre Werke an und machten damit eine Mill. DM Umsatz. Man zählte 15.000 Besucher, und das war für die Verhältnisse in jener Zeit ein völlig unerwarteter Rekord, denn der Markt für Gegenwartskunst war in den 1960er Jahren noch recht überschaubar:„Die zeitgenössische Kunst hatte es sehr schwer. Außer Wolfgang Hahn, Helmut Klinker und Frau Schniewind gab es so gut wie keine Sammler für diese Kunst der frühen 60er Jahre… Die zeitgenössische Kunst, so wie ich sie mit der Pop Art vorantrieb, hatte noch keinen Markt. Es kam kaum jemand in die Galerie, geschweige denn, dass jemand kaufte. Das war die Ausgangssituation…“, erinnerte sich Rudolf Zwirner später in einem Interview.

Die ersten Jahre

In diesem Jahr feiert die weltweit älteste Messe für moderne Kunst also ihr 50jähriges Bestehen….

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