Titel: Documenta IX , 1992

Ein Rundgang: Temporäre Bauten
Kommentiert von Jan Hoet, Fotos: Dieter Schwerdtle

Diese Bauten haben viel mit Licht zu tun. Ich wollte eine Art Freizeitgelände schaffen, wo man sich auseinandersetzt mit Licht und Landschaft, Park, Kultur und auch mit Architektur. Hier sind hervorragende Beispiele raffinierte Architektur mit elementaren Konstruktionsmitteln realisiert worden. Sehr direkt und einfach, und trotzdem sehr plastisch gestaltet. Auch in ihrer Funktion. Die „Erscheinung“ ist das Thema der temporären Bauten. Ich spreche oft über die Erscheinung und gelange immer mehr zu der Überzeugung, daß das Einzige, über das man urteilen kann, die Erscheinung des Kunstwerkes ist. Alles andere ist Ikonographie, Erkenntnis und Material – Kunst ist immer das Geheimnis. Und das liegt in der Erscheinung. Das hat auch etwas mit Schönheit zu tun. Aber was ist die Schönheit, was ist die Kunst? Ich würde gerne den nächsten documenta-Leiter kennenlernen, der sagt: ich weiß, was Kunst ist. Nachdem ich gesagt habe: ich weiß nicht, was Kunst ist.

José Resende stellt die Frau als Monument und den Mann als kraftlosen Schatten an der Wand dar.

Die Alabasterwand von Marco Bagnoli ist von hinten beleuchtet, so daß sie transparent wird. Das rote Zeichen bleibt opak – Farbe, Malerei als etwas Opakes und Wirklichkeit als etwas Transparentes. Die Wirklichkeit läßt uns mitspielen. die Kunst nicht. Die Malerei bleibt undurchsichtig, läßt nichts durch, gibt ihr Geheimnis nicht preis. Der runde konkave Spiegel reflektiert den ganzen Raum, greift die Wand und das rote Zeichen auf, zeigt uns selbst, nur angedeutet, aber sehr wahr.

Die Natur reflektiert Adrian Schiess mit…

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