Ausstellungen: Antwerpen , 2003

MAGDALENA KRÖNER

Femmes Fatales 1860-1910

Museum Groningen, 18.1. – 4.5.2003
Königliches Museum für Schöne Künste, Antwerpen, 17.5. – 17.8.2003

Die verhängnisvolle Frau – kaum ein weiblicher Archetyp beherrschte die künstlerische und kollektive Vorstellungskraft so sehr wie die Femme Fatale. Ihre Hochzeit erlebten die Medusen und Circen, die männermordenden Helenas, Judiths und Salomes, zwischen Symbolismus und Jugendstil. Dass der dämonische Zauber dieser Frauengestalten auch heute noch wirkt und sogar in einer eher profanen Gegenwart noch Spuren davon zu finden sind, belegt die sehenswerte Ausstellung „Femmes Fatales“ im Antwerpener Museum für Schöne Künste.

Der zwischen 1884 und 1905 errichtete, von Jan-Jacob Winders und Frans Van Dijk entworfene neoklassizistische Prunkbau, der wie ein Tempel am Antwerpener Leopold De Wael-Platz thront, bietet die angemessene Bühne für einen opulenten Bilderreigen. Mehr als 50 Exponate füllen, edel umschattet oder singulär beleuchtet, die mit Mosaiken reich versehenen Hallen des Museums, breiten sich auf passend getönten Wänden aus. Dabei stellen sich die Gemälde und Zeichnungen dem wuchtig und pompös gestalteten Haus entgegen, trotzen der dekorativen Überfülle. Die eindrucksvollen, manchmal geradezu realistischen Portraits starker, bedrohlicher Frauen scheinen mithin geeignet, auch jenen zu begeistern, der dem allumfassenden, dekorationsverliebten Ästhetizismus des Fin de Siecle üblicherweise wenig abzugewinnen vermag. Dies liegt vorrangig an der durchweg hohen Qualität der Exponate, die von Gastkurator Henk van Os, dem ehemaligen Leiter des Amsterdamer Rijksmuseums, in internationalen Museen und Privatsammlungen zusammengetragen wurden und einige Ikonen von Symbolismus und Jugendstil aufbieten.

Als Ausgangspunkt dienen in Antwerpen, der zweiten Ausstellungsstation nach Groningen, vier herausragende Gemälde aus der hauseigenen Sammlung, um die sich die „Dames…

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von Magdalena Kröner

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