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Biennalen: Mahares/Tunesien · von Jürgen Raap · S. 456 - 458
Biennalen: Mahares/Tunesien , 2005

Jürgen Raap
Festival International des Arts Plastiques (FIAP)

22. Juli – 6. August 2005

Mahares ist eine Kleinstadt von etwa 25.000 Einwohnern, etwa 330 km südlich von Tunis und 30 km südlich von Sfax gelegen, der zweitgrößten Stadt des Landes. Die maritime Infrastruktur der Küstenstadt beschränkt sich auf einen kleinen Fischereihafen. Die meisten Einwohner arbeiten in Europa und verbringen nur die heißen Sommermonate in Mahares, in dessen Stadtkern man lediglich zwei Hotels vorfindet.

Die Jugend vergnügt sich im 10 km entfernten Chaffar in einem Strandclub, in dem Alkohol allerdings – wie auch in den Kaffeehäusern – streng verpönt ist. Discos im westlichen Stil sucht man dort – weit abseits der Touristenzentren – vergeblich. Obwohl Tunesien sich politisch, wirtschaftlich und kulturell dem Westen öffnet und es rein optisch auf der Venloer Str. in Köln-Ehrenfeld orientalischer zugeht als an diesem südlichen Küstenstrich, so zählen dort in der Provinz im Alltag immer noch die traditionellen Verhaltensnormen.

Der Maler Youssef Reqiq begründete vor 18 Jahren ein „Festival International des Arts Plastiques“, das seitdem einmal jährlich Ende Juli in Mahares stattfindet. Das Festival wird vom Provinzgouverneur in Sfax finanziell unterstützt, so dass jedes Mal rund 10 Künstler aus Europa und 20-30 Kollegen aus der übrigen arabischen Welt eingeladen werden können. Dem Bürgermeister, der fließend deutsch spricht, kommt Reqiqs Initiative als Beitrag zum „Stadtmarketing“ gelegen. Zwischen dem Badeort Monastir mit seinem mondänen Yachthafen und den Pauschalurlaub-Hotels auf der Insel Djerba versucht sich Mahares als Kunststadt zu profilieren und Publikum anzulocken. Man hat begonnen, unweit des Hafens eine Strandpromenade neu…


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