Ausstellungen: Ludwigshafen · von Uta M. Reindl · S. 368
Ausstellungen: Ludwigshafen , 2011

Uta M. Reindl

Fred Sandback

»Räume zeichnen«

Wilhelm Hack Museum, Ludwigshafen, 21.5. – 18.9.2011

Gleich nach der Art Basel-Eröffnung in diesem Jahr hatte der New Yorker Galeristen David Zwirner die siebenteilige und rechtwinklige skulpturale Studie als Dreieck aus schwarzen Acrylgarn von Fred Sandback (1982/2010) für 500 000 Dollar verkauft. Die puristischen Skulpturen des US Künstlers, zu dessen Lehrern unter anderem die Minimalisten Sol LeWitt, Carl André oder Donald Judd zählten, zeichnen sich mit monochrome Fäden unterschiedlicher Materialität als klare Linien ausschließlich in Innenräume ein. Dort formieren sie sich zu geometrischen Figuren, markieren den Raum vertikal oder parallel zum Fußboden. Flächen oder Räume im Raum nimmt der Betrachter wahr. Er mag diesen „pedestrian space“ (Sandback) betreten oder sich bloß der Vorstellung des virtuellen Raumes hingeben. Doch im Grunde, wie Künstler stets betonte, sind diese als begehbare „Raum-Zeichnungen“ beschreibbaren Arbeiten dazu gedacht, den Betrachter mit der Skulptur und dem Ort eins zu werden lassen.

Während die Minimalisten nämlich ihre Arbeiten als das Ergebnis eines vorgefassten Plans sehen, grenzt sich der 1949 geborene Sandback von der konzeptualistischen Haltung ab, sieht sich als Bildhauer, für den der sinnliche Umgang mit dem Material, die Intuition essenziell ist. Dennoch teilt Fred Sandback mit den Minimalisten das Interesse an der Entsockelung der Skulptur sowie an der Serialität als künstlerischem Prinzip. Das Materialexperiment bestimmt denn auch in gewisser Weise die Papierarbeiten Sandbacks, wobei er die Zeichnung niemals wie Donald Judd als „working drawing“, als Skizze für die Skulptur begriff, sondern als eigenständiges Genre. Sandbacks gezeichnete Variationen wurden zu einer selbstständigen Werkkategorie. Und was…

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