Titel: Weltkunst - Globalkultur , 1992

Globalkultur

Der Mensch in einer global sich vereinheitlichenden Kultur

Von Franz Wimmer

Betrachtet man einige Haupttendenzen der heutigen Gesellschaft,
die wohl anhalten werden, so darf man annehmen,
daß wir in eine bedeutsame Übergangsperiode eintreten,
die dreißig bis fünfzig Jahre dauern kann,
ehe sie in einen völlig andersartigen Typus der
Weltgesellschaft mündet, eine Weltgesellschaft
mit viel mehr Menschen, veränderten Werten,
neuen politischen und administrativen Strukturen,
völlig neuartigen Formen institutionellen Verhaltens
und einer technologischen Basis, die völlig anders sein wird
als die uns heute vertraute und den Lebensstil
aller Nationen und Kulturen von Grund auf beeinflussen wird.
Alexander King1

Die These, daß die gegenwärtige Situation der Menschheit dadurch zu kennzeichnen ist, daß eine globale Kultur sich entwickelt, spricht mehrere Punkte an, die mit unserem Thema „Interkultureller Dialog – Interkulturelle Philosophie“ in Zusammenhang stehen.

Erstens will ich damit sagen, daß es unsinnig wäre, so etwas wie einen natürlichen – oder naturentsprechenden – Zustand unseres Interesses, eine menschennatürliche Gerichtetheit des Interesses anzunehmen. Womit wir es – bei uns und anderen – stets zu tun haben, ist eine in jeweils bestimmter Weise und durch bestimmte Faktoren kultivierte Interessenlage. Das hat seinen Grund in der Tatsache, über die sich wohl staunen läßt, daß wir nirgendwo und nirgendwann den natürlichen Menschen finden oder je gefunden haben, sondern stets nur…

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