Titel: Weltkunst - Globalkultur , 1992

Art in Ruins

In unserer wundervollen Kultur…

… in der die Illusion einer durchgeplanten und von Unterdrückung und Ausbeutung befreiten Welt die Angst widerstandsfähiger Körper «maskiert», leben wir im neuen Realismus unseres postmodernen gesellschaftlichen Zustands ein Leben in Ruinen, in dem sozialer und kultureller «Unterschied» entweder als Spektakel fixiert oder als vom Tourismus zu konsumierender Stil aufgeführt wird.

In unserer Epoche der Postmoderne hat Postindustrialisierung durch die kritische Interaktion der Konzepte des Globalen und des Lokalen Geltung erlangt (das heißt des Ultramodernen – der Welt der Telekommunikationen, die wie die meisten kommunikativen Errungenschaften Ergebnis militärischer Forschungen und Entwicklungen ist; und des Ruins – Kultur «zweiter Ordnung», zwar verwurzelt, aber mehr oder weniger von Modernisierung vergiftet). Eine Epoche, in der, wie Paul Virilio in «The Overexposed City» ausführt, «die Metropolis künftig nichts anderes mehr sein wird als eine Geisterlandschaft, das Fossil vergangener Gesellschaften, für die Technologie noch eng mit den sichtbaren Substanzveränderungen verbunden war, einer Sichtbarkeit, von der uns die Wissenschaft allmählich entfernt hat».

Infolge der Bedrohung durch eine ökologische Katastrophe beispielsweise, die sich offensichtlich über uns abzeichnet, beginnen wir, uns um unsere einzige Welt zu sorgen und einen Gesamtwelt-Katalog sämtlicher lokalen Unglücksfälle zusammenzustellen. Zur gleichen Zeit können weltumspannende Körperschaften durch abgestufte Maßnahmen sowohl lokale wie multinationale Konkurrenten durch die Macht der «Technologie-Republik» zerstören. Es kann sogar sein, daß das Interesse an «grünen» Themen zu nicht mehr führt, als nationale Hindernisse zugunsten «globaler Interessen» abbauen zu helfen (erleichtert natürlich durch globale Technologie und Wirtschaft).

Die westliche Zivilisation ist eine Kultur, die auf Apartheid beruht. Mit einer…

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