Titel: New York nach 9/11 , 2008

Stuart Elster

Ich mag die Vorstellung, ein moderner Historienmaler zu sein.

Ein Gespräch von Magdalena Kröner

Der 1965 in Manhattan geborene Maler Stuart Elster studierte bis 1993 Malerei an der Yale School of Art. Elster befaßt sich in seiner Malerei mit akademischen Themen wie der Geschichte der Malerei, dem Verhältnis von Impressionismus und abstraktem Expressionismus, der Hudson River School und der Pop Art. In diese Diskurse kleidet er die malerische Auseinandersetzung mit dem Sublimen und dem Banalen sowie eine skrupulöse Reflexion der Repräsentationsmechanismen von Macht, Werten und nationaler Identität. Als malerische Motive nutzt Elster dabei vor allem vorgefundene und digital bearbeitete Details amerikanischer Cent- und Vierteldollar-Münzen. Er greift aber auch auf das Repertoire bereits existierender Kunstwerke zurück, etwa auf Werke von Künstlern des italienischen Futurismus. Stuart Elster wurde bislang vertreten von der Lucas Schoormans Gallery, New York.

Magdalena Kröner: Wie kam es dazu, daß der Zweifel so stark im Zentrum deiner Arbeit steht? Deine ganze Malerei dreht sich um den Zweifel an der Kraft der malerischen Repräsentation und an der Kraft des Symbolischen, was ja ein Zweifeln an den Möglichkeiten der Malerei insgesamt ist.

Stuart Elster: Ich male meine Zweifel daran, ob Malerei überhaupt als Sprache funktionieren kann, und ob ich sie zum Klingen bringen kann. Der Zweifel ist also ein unauslöschlicher Teil des malerischen Prozesses, jedoch nicht dessen Ergebnis. Der Zweifel bezieht sich darauf, ob es der Arbeit gelingt, einen Dialog in Gang zu setzen. Ich habe mich stets für eher „zweifelhafte“ Themen interessiert, die banal waren, die außerhalb der klassischen malerischen Wahrnehmung lagen…

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von Magdalena Kröner

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