Ausstellungen: Berlin · von Thomas Wulffen · S. 270
Ausstellungen: Berlin , 2008

Thomas Wulffen

Vom Funken zum Pixel

»Kunst + Neue Medien«

Martin-Gropius-Bau Berlin, Berliner Festspiele 28.10. 2007 – 14.1.2008

Eigentlich hätte die Ausstellung „Vom Funken zum Pixel“ den Untertitel „Erinnerungen an die Zukunft“ verdient, aber das klänge dann doch zu sehr nach Retrospektive. Schließlich will die Schau Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst vorstellen, die mit digitalen und interaktiven Medien in größeren Dimensionen arbeiten. Aber schon der Untertitel „Kunst + Neue Medien“ ist eine Wortzusammenstellung, die eher an die achtziger Jahre erinnert, als an das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.

Das weist auf ein Problem hin, das auch die Ausstellung selbst kennzeichnet: die Ausdifferenziertheit respektive Homogenität des Kunstsystems. Trat zeitgenössische Kunst vor Jahren noch in sehr unterschiedlichen Szenen, Formen und Medien in Erscheinung, ist der Mainstream inzwischen ein relativ geschlossener Bereich, der noch nicht einmal an den Rändern ausfranst. Ein Beispiel par excellence dafür war die vergangene Documenta von Roger Martin Buergel. Sie gab sich den Anschein der Offenheit, aber Medienkunst im weitesten Sinne war dennoch ausgeschlossen. Parallel dazu existieren jedoch Randbereiche an der Peripherie mit ihren eigenen Techniken, Entourage und Räumen. Diese Randbereiche werden allerdings erst dann sichtbar, wenn sie ihre eigenen Räume verlassen und öffentliche Stätten finden. So geschehen bei der Ausstellung im Martin-Gropius-Bau, die zuvor schon in Shanghai zu sehen war. In Berlin wird sie in erweiteter Form auf dreitausend Quadratmetern gezeigt. Vier Begriffe stehen im Zentrum: Feuer, Elektrizität, Licht und Pixel. Diese Themenkomplexe werden jedoch nicht in separaten Kapiteln präsentiert, sondern sind in den auf das sinnliche Erleben ausgerichteten Parcours integriert.

Explizites Thema der…

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