Ausstellungen: München · von Jolanda Drexler · S. 307
Ausstellungen: München , 2014

Jolanda Drexler

Im Tempel des Ich

»Das Künstlerhaus als Gesamtkunstwerk. Europa und Amerika 1800 – 1948«

Museum Villa Stuck, München, 21.11.2013 – 2.3.2014

Zum 150. Geburtstag des Münchner Malerfürsten Franz von Stuck (23.2.1863) wartet das Museum Villa Stuck mit einer ebenso ehrgeizigen und ausstellungstechnisch ausgefeilten wie in vergangener Opulenz und Schönheit schwelgenden Schau auf. Stuck, der in der Münchner Kunstszene kometenhaft aufgestiegen war und in seiner Eigenschaft als Lehrer von Kandinsky, Klee und Albers als Wegbereiter der Moderne beansprucht wird, ließ sich bereits im Alter von 34 Jahren eine neoklassizistische Villa an der neu angelegten Prachtstraße hoch über der Isar errichten. Alles oblag seiner minutiösen Planung: sowohl der streng gegliederte monumentale Außenbau als auch die ungemein luxuriöse Innenausgestaltung. Für die Ausstellungskuratorin (und Leiterin der hauseigenen Sammlung) Margot Th. Brandlhuber ist dieser Inbegriff eines Künstlerhauses zugleich Stucks „schönstes Kunstwerk“. Folgerichtig dient es als Bühne für die Vorstellung 19 weiterer legendärer, aber mitunter auch überraschender Beispiele aus Europa und Amerika, einsetzend im Klassizismus mit dem Architekten der Royal Academy Sir John Soane, einer Zeit also, in der nach dem Katalogautor Hans Ottomeyer Künstlerhäuser die Ausnahme waren, wohingegen sich die oft zu großem Reichtum gekommenen Architekten prachtvolle Palais bauten. Bereits 1827 wird Soane’s Intention gewürdigt, mit seinem Haus und seiner Sammlung „die Einheit und enge Verbindung zwischen Malerei, Bildhauerei und Architektur – Musik und Dichtung“ herzustellen. Genau darum geht es der Kuratorin: das Künstlerhaus in seiner Funktion als Gesamtkunstwerk, in dem alle Gattungen miteinander verschmelzen und sich letztlich eine Synthese zwischen Kunst und Leben vollzieht. Vor allem…

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