Titel: Die Zukunft des Körpers II , 1996

PATTI MAES

Künstliches Leben trifft auf Unterhaltung:

Lifelike Autonomous Agenten

(LAA – LEBENSÄHNLICHE, AUTONOME SYSTEME)

Das verhältnismäßig neue Gebiet des Künstlichen Lebens versucht das biologische Leben zu studieren und durch die Erzeugung künstlicher Lebensformen zu verstehen. Um Chris Langton, den Begründer dieses Gebietes, zu paraphrasieren, ist es das Ziel des Künstlichen Lebens, „das Leben so nachzubilden, wie es sein könnte, um das Leben, wie wir es kennen, zu verstehen“. Künstliches Leben ist ein sehr weiter Wissenszweig, der so unterschiedliche Themen wie künstliche Evolution, künstliche Ökosysteme, künstliche Morphogenese, Molekularevolution und viele andere umfaßt. Chris Langton (6) bietet einen Überblick über die verschiedenen Forschungsfragen, die dieser Wissenschaftszweig untersucht. Künstliches Leben ist ebenso wie Künstliche Intelligenz an einer Synthese anpassungsfähiger autonomer Agenten (AA) interessiert. AA sind rechenbetonte Systeme, die eine komplexe, dynamische Umgebung bewohnen, in dieser Umgebung selbständig fühlen und handeln und dadurch eine Reihe von Zielen und Aufgaben verwirklichen können, für die sie konstruiert worden sind. Das Vorhaben, einen AA zu bauen, ist so alt wie das Gebiet der Künstlichen Intelligenz selbst. Die Artificial-Life-Gemeinschaft hat einen völlig anderen Weg in Richtung auf dieses Ziel eingeschlagen, der sich eher auf schnelles, reaktives Verhalten konzentriert als auf Wissen und Vernunft sowie Anpassung und Lernfähigkeit. Dieser Weg wird zum großen Teil von der Biologie inspiriert, besonders von dem Feld der Verhaltensforschung, die versucht, die Mechanismen zu verstehen, die Tiere verwenden, um angepaßtes und erfolgreiches Verhalten zu realisieren.

AA können die unterschiedlichsten Formen entsprechend der Natur der Umgebung annehmen, die sie bewohnen. Ist die Umgebung die reale physikalische Umgebung, nimmt der…

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