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Ausstellungen: Brüssel · von Annelie Pohlen · S. 433 - 434
Ausstellungen: Brüssel , 2005

Annelie Pohlen
Lili Dujourie

»Retrospektive«
Palais des Beaux Arts, 22.6 . – 4.9. 2005

Anders als in Deutschland und Frankreich dauerte es in ihrem Heimatland lange, bis ein öffentliches Institut wie nun der Palais des Beaux Arts in Brüssel der 1941 geborenen und bei Gent lebenden Künstlerin eine umfassende Ausstellung einrichtete. Seiner zwischen theatralischer Präsenz und distanzierender Kühle vibrierenden Polarität wegen ist das von Victor Horta geschaffene Gebäude ein idealer Ort für den mit Lili Dujourie abgestimmten spannungsreichen Parcours durch ein medial ebenso komplexes wie irritierendes Werk.

Den Auftakt bieten die in schweren schwarzen Holzrahmen auf Raum suggerierenden Marmorfragmenten posierenden Schatten auf Fotoleinwand, die “Ibant obscuri sola sub nocte per umbra” von 1988. Am Ende des Parcours begegnet man einer Fotocollage von 1978, bescheiden, kaum wahrnehmbar in einem kleinen Salon, in dem das hauseigene, historische Mobiliar und rosafarbene Pfingstrosen in einer gläsernen Vase das Klima bestimmen. An kaum einer anderen Stelle in der auf zwölf Räume verteilten Inszenierung des Werkes zielt der Kontrast zwischen theatralischer Präsenz und verstörender Distanz so intensiv auf die intuitive Wahrnehmung wie in diesem Kabinett mit Blick auf den Alltag einer pulsierenden Stadt. Von dort den Gang durch die Ausstellung neuerlich aufnehmend, wiewohl in umgekehrter Richtung, gewinnt ein Satz der für diese Ausstellung verantwortlichen Gastkuratorin Lynne Cooke im sorgfältig gestalteten Katalog an Gewicht: “Absence – as something that ist not there, something hidden from view, something beyond reach, something unfixed, or, alternatively, blank space.”

Die Vorstellung des Werkes von den Videoarbeiten, Fotosequenzen und Collagen aus ausgerissenen Magazinseiten sowie…



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