Ausstellungen: Wien , 2003

URSULA MARIA PROBST

Marcus Geiger, Peter Kogler

Hallo Bawag

Bawag Foundation Wien, 1.5. – 29.6.2003

Die Architektur und das Design der urbanen Umgebung der Bawag Foundation werden in der Ausstellung ‚Hallo Bawag‘ von Marcus Geiger und Peter Kogler als exponierter Ort kultureller Begegnungen einer interventionistischen Korrektur unterzogen. Thematisiert wird die Lage der Bawag Foundation innerhalb des Wiener Nobeldistrikts Kohlmarkt und die Doppelfunktion der Bawag Foundation als Werbeträger für eine Bank und als Kunstinstitution.

In der Schaufenstersituation nach außen reagieren die Künstler auf das Szenario der gegenüberliegenden Geschäftslokale. Selbstironisch wird durch die Fotografien von Prominenten der Wiener Kulturszene nachvollziehbar, wie gesellschaftspolitische Verschränkungen auf die Kunst einwirken. Das Verhältnis zwischen Kunstproduktion und Mäzenatentum wird innerhalb der Ausstellung durch Fotografien von Szenefiguren wie Susanne Widl, Werner Würtinger oder Ursula Pasterk zum Vorspiel einer absurden Inszenierung im Camouflagelook der Haute Couture von Peter Kogler und Marcus Geiger. Die Verschränkungen von Marcus Geigers und Peter Koglers Arbeiten lassen sich in einer Kette von Verweisen und Verschiebungen in der Hybridität der angesammelten Objekte erkennen.

Ähnlich wie die Glasvitrine als Grenze den Blick in den Innen- und Außenraum freigibt, spiegelt sie die Metapher des Fensters wieder, das die Wahrnehmung auf einen imaginären transmedialen Raum lenkt. Die Innenseite der Schaufenstervitrine ist arrangiert mit Geigers Frotteeanzügen, die in den 90er Jahren zum Inbegriff seiner Kunst wurden. Bereits 1990 schneiderte Geiger seinen ersten Frotteeanzug, der den Filzanzug von Joseph Beuys mit dem klassischen Schnitt eines 60er Jahre Anzugs parodiert und kleidete damit KunstkritikerInnen und Galeristen ein. Anders als Beuys entlädt Geiger das Material von seiner mystischen…

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von Ursula Maria Probst

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