Titel: Graffiti NOW - II. Von New York nach Europa · von Larissa Kikol · S. 110
Titel: Graffiti NOW - II. Von New York nach Europa ,

RAP

Ich dachte immer, es wäre Teil eines Gesamtwerkes

Metros, Diebstahl und Vandalismus in den 90er Jahren in Paris

Ein Interview von Larissa Kikol

Rap zählt zu den bekanntesten und aktivsten Sprayern der Pariser U-Bahnszene der 90er und 2000er Jahren. Mit zwölf Jahren entdeckte er „Subway Art“, eine Initialzündung. Seine Sprayergruppe UV steht für Urban Vampirz, Ultra Violent, United Vandals, Ultimate Vidéo, Ultra Vixen und Unity Victory.

Das Pariser U-Bahnnetz (RATP) stellt einen entscheidenden Austragungsort in der europäischen Graffiti-Geschichte dar. Im Jahre 1984 lancierte die RATP und die Agentur ECOM eine neue Werbekampagne, um ihr Image zu verjüngen. Für das Visuelle engagierten sie den renommierten New Yorker Sprayer Futura 2000. Sie gaben ihm ihre Plakate, die er teilweise übersprayen sollte, damit sie dann wieder im Außenraum aufgehängt werden konnten. Neben einzelnen Sprüheffekten schrieb er Wörter wie „Tickets“, „2e Voiture“ und „RATP“ darauf.1 Wahrscheinlich ahnte die Pariser Verkehrsgesellschaft damals noch nicht, wie sich das illegale Graffiti auf ihren Zügen in den nächsten Jahren ausbreiten würde. Anfang der 90er Jahre versuchte die RATP von neuem ihr Image zu ändern. Die starke Zunahme an Graffitis wollten sie konsequent stoppen, anstatt jung und cool und im New Yorker Flair, sollte der Ruf ihrer Züge nun ‚menschlicher‘ und zivilisierter sein. Ende 1992, so hieß es unter den Sprayern, war das goldene Zeitalter vorbei. Auf den Plakaten war nun zu lesen: „Aus den USA kommend, überschwemmt die Graffiti-Mode ganz Frankreich. Diese, wie andere Ausdrucksmoden auch, respektieren wir. Aber Tausenden von Reisenden wird auf jedem Meter ein Graffiti aufgezwängt, dies…

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