Ausstellungen: Rotterdam , 1988

Frank-Alexander Hettig

Skulpturen in Rotterdam

Werksbestimmender Raumbezug und ‚öffentliche Kunst‘ stand diesen Sommer auch in Rotterdam an erster Stelle. Im Mai wurde eine Skulpturenroute im Kader der Kulturmanifestation ‚Rotterdam 88, die Stadt als Podium* angelegt. Auch hier sollte Kunst im öffentlichen Raum, im realen Leben und außerhalb der Hermetik der Kunstinstitutionen stattfinden. Neben dieser Route wurde die ehemalige Passagierhalle der Holland-Amerikalinie als provisorische Kunsthalle in Gebrauch genommen, worin die Entwürfe der Skulpturen, welche durch 11 Künstler gemacht wurden, gezeigt werden. Der Rotterdamer Architekt Rem Koolhaas

unterteilte den eindrucksvollen Raum in 4 Sektoren, wobei die zwei einander kreuzenden Wände diagonal und der Boden umgekehrt proportional dazu verlaufen.

Die Auswahl der Künstler stand, in Gegensatz zu vergleichbaren Ausstellungen, mehr im Zeichen derjenigen Künstler, die sich mit Architektur beschäftigen. Es ist darum nicht verwunderlich, daß drei Architekten: Zaha Hadid, Coop Himmelblau und Aldo Rossi eingeladen wurden, deren Arbeiten einen sehr skulpturalen Charakter haben.

Was jedoch im allgemeinen bei der Skulpturenroute auffällt, ist das Nicht-Vorhandensein der Assoziation von massiver Monstrosität und extremer Ungefälligkeit. Die übersichtliche, gerade Linie, in welcher die Skulpturen aufgestellt wurden, geben auch einen Eindruck der städtebaulichen Entwicklungen.

Der einzige niederländische Teilnehmer Paul Beckmann (Schiedam, 1946), der in den Niederlanden besonders durch seine meist kitschigen Möbelentwürfe, worin er unterschiedliche Stile miteinander vermischt, bekannt ist, hat sich den unsympathischen Platz nahe des Hauptbahnhofes für seine Skulpturen ausgesucht. Im Gras liegen 4,2,5 Meter aus Stahl fabrizierte, Lilien, welche in den Farben Braun, Orange und Gelb, wie die Straßenbahn die zwei Paare durchfährt, bemalt sind.

Die folgende Station sollte für Isa Genzken

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