Titel: Wirtschaft und Kunst · von Gerald Nestler · S. 88
Titel: Wirtschaft und Kunst , 2010

Max Hollein

Wir sind alle Teil eines marktwirtschaftlichen Gesellschaftssystems.

Ein Gespräch von Dieter Buchhart und Gerald Nestler

Max Hollein ist seit Oktober 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt sowie seit Januar 2006 Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung. Geboren 1969 in Wien, studierte Hollein Betriebswirtschaft und Kunstgeschichte in Wien. Er gilt als einer der erfolgreichsten Ausstellungsmacher und Kulturmanager, dem es mit seinem avancierten Ausstellungsprogramm gelingt, Marksteine im internationalen Ausstellungsgeschehen zu setzen.

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Dieter Buchhart/Gerald Nestler: Sammlungen werden heute gerne von Unternehmen und Konzernen aufgebaut, die nicht selten auch im Bereich PR viel tun, um diese Tätigkeit zu kommunizieren. Was ist die Traditionslinie dieser Entwicklung? Was ist Ihrer Meinung nach der Gewinn für ein Unternehmen, Kunst auf professionelle und aufwändige Weise zu sammeln? Wie sehen Sie die Rolle und Position von Unternehmen und ihren Sammlungen in der aktuellen Kunstlandschaft?

Max Hollein: Ein Großteil der Unternehmenssammlungen geht auf die 1970er-Jahre und das Konzept der „Kunst am Arbeitsplatz“ zurück. Die Idee dahinter ist, dass ein Unternehmen seinen Mitarbeitern mittels Kunst einerseits kulturelle Werte bietet und ihnen seine Wertschätzung ausdrückt und andererseits ein kreatives Arbeitsumfeld befördert. Aus diesem Gedanken sind vor allem im deutschsprachigen Raum eine ganze Reihe von sehr wichtigen, großen Unternehmenssammlungen gewachsen, die über die Jahre ein Ausmaß an Qualität und Wert erlangt haben, das weit über die ursprüngliche Idee der Kunst am Arbeitsplatz hinausgeht. Auch waren die räumlichen Kapazitäten in den Unternehmen, sprich in den Büros und Repräsentationsflächen, oft gar nicht mehr groß genug, um die Sammlung zu zeigen, sodass neue Zielrichtungen gesucht werden…

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