Magazin: Messen & Märkte , 1987

Ralf Dank

Zur Durchsetzung am Markt

Die Förderkojen der ART Cologne 87

Seit 1980 sind nun die Förderkojen fester Bestandteil des Kölner Kunstmarktes. Sie entsprangen dem Wunsch die Avantgarde wieder auf die Messe zurückzuholen, die als ungesicherter Wert kaum gewinnversprechend genug war, die hohen Messekosten zu decken. Und auch der Erkenntnis, daß vor allem Aktualität und Übersichtlichkeit die Art Cologne von ihren Konkurrenten in Basel, Paris, Madrid oder Chicago zu unterscheiden vermag.

Inzwischen scheint diese Einrichtung eine gewisse Eigendynamik entwickelt zu haben. Die Kojen sind Rekrutierterrain für die großen Ausstellungsmacher, Trendbarometer für manchen Sammler und Information für den Besucher, so aktuell, wie er sie sonst selten erhält.

Die Mischung der Förderkojen war auch auf dem 21. Kunstmarkt gesund: Da existierten die unterschiedlichsten Kunstauffassungen nebeneinander, die auch die diesjährige Stimmung des Kunstmarktes wiedergaben: Konsolidierung, Qualität statt Novität um jeden Preis.

Die Bedingungen des Förderkojenprogramms sprechen für sich: Die Künstler, die von ihrer Galerie vorgeschlagen werden mußten, dürfen nicht älter als 35 Jahre alt sein und noch an keiner großen internationalen Ausstellung teilgenommen haben. Das Preislimit der Arbeiten lag bei 5000,- DM; vielleicht mit ein Grund der überragenden Verkaufsbilanz der diesjährigen Förderkojen.

Für die Qualität garantierte eine namhafte Jury, die, obwohl das Budget – Gelder und Sachleistungen des Bundesinnenministeriums, des Landes NRW, der Stadt Köln und der Kölner Messegesellschaft – durchaus mehr Förderkojen erlaubt hätte, nur 17 der 55 vorgeschlagenen Künstler akzeptierte.

1987 ist, wie schon letztes Jahr, kaum mehr eine favorisierte Stilrichtung im Rahmen des Förderprogramms der Art Cologne auszumachen.

Bei Skulptur soll es offensichtlich um mehr als Positiv- und…

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