26 Hallenbad Ost
Taring Padi
Seit 2007 steht das 1929 errichtete Hallenbad Ost leer, ist mittlerweile denkmalgeschützt und wird jetzt erstmals als Ausstellungsort genutzt. Auf 600 Quadratmeter breitet hier das indonesische Künstler*innenkollektiv Taring Padi im zubetonierten Becken ihr Archiv aus. Zu dem Namen, auf deutsch laut Katalog „Reisfangzähne“, werden sie in der Tageszeitung Jakarta Post im Dezember 2018 zitiert: „Wenn das Reiskorn vom Wind verweht wird und die Haut beeinflusst, wird es einen jucken, was bedeutet, dass die Werke der Gemeinschaft, wie klein sie auch sein mögen, bei denen, mit ihrer Kritik Juckreiz hervorrufen können.“
Die indonesische Gruppe gründete sich aus dem Umfeld der Kunsthochschule, besetzte nach dem Fall des Diktators Suharto 1998 eine verlassene Kunstschule als Wohn- und Arbeitsstätte und verlegte nach dem Erdbeben in Yogyakarta 2006 seine Basis in Räume im Dorf Sembungan, Bantul, Yogyakarta. Die Mitglieder der offenen Gruppe verstehen sich als politische Künstler*innen, sind aber auch als Einzelkünstler*innen aktiv und teils sehr erfolgreich. Die meisten ihrer politischen Banner entstanden im Eigenauftrag, manchmal auch in Zusammenarbeit mit NGOs. In Kassel sind sieben Mitglieder angereist, alle hauptberuflich Künstler*innen. In dem dichten Nebeneinander der vielen Bilder wird die Stilvielfalt ihrer Plakate deutlich, in denen Cartoons, Agitprop, mythologische Elemente bis zum javanischen Schattenspiel zusammenkommen.
Immer wieder erkennt man Wildschweine und Wölfe, die eine repressive Elite repräsentieren. Gemeinsam sind allen Werken die Wimmelbild-ähnlichen, flächendeckend aufgebrachten, figurativen, oft symbolischen Bildelemente, die eine fragmentierte Erzählung ergeben. Auch wenn viele Details kulturell konnotiert und uns wenig verständlich sind, bleiben die Kernaussagen universell verständlich: Kampf gegen Ungerechtigkeit und…
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