Kunstforum-Gespräche · von Peter Funken · S. 361
Kunstforum-Gespräche , 2011

45 Jahre Edition Block –

was ist aus der Kunst geworden?

Ein Interview mit René Block

von Peter Funken

Peter Funken:War Ihnen, als Sie 1966, vor 45 Jahren, mit der Herausgabe von Editionen begannen, eigentlich ansatzweise bewusst, dass Sie an einer sehr besonderen Sache arbeiteten, dass die Künstler und die Kunst, die Sie edierten, in den folgenden Jahren so wichtig und bedeutend sein würden? Ich denke da an Ihre früher Zusammenarbeit mit Joseph Beuys, mit Sigmar Polke, KP Brehmer, Imi Knoebel, Blinky Palermo, Diter Rot, Wolf Vostell und anderen?

René Block: 1966 war ich überzeugt, dass die Arbeit der Galerie Block einen gewissen Stellenwert in der Berliner und wahrscheinlich auch der westdeutschen Kunstszene eingenommen hatte. Es war der einzige Ort, dem in den sechziger Jahren die von Ihnen genannten Künstler, wie auch, nicht zu vergessen, Gerhard Richter, Reiner Ruthenbeck und KH Hödicke, verbunden waren, was ja dann auch zu dem Editionsprojekt „EN BLOC“ führte. Aber dieser Rollschrank, der Beiträge von diesen und weiteren deutschen Künstlern enthält, stand ja nicht am Anfang der Editionstätigkeit, sondern trägt bereits die stolze Werknummer 20. Mit den ersten Editionen betrat ich 1966 ein für mich noch neues Arbeitsgebiet, dem Ruf einiger Künstler nach mehr Demokratie auf dem Kunstmarkt folgend. So waren die ersten Produktionen auch noch eher konventionell,das Klammerbuch von Vostell, die Mappe „mit Braunkreuz“ von Beuys oder das Album „Deutsche Werte“ von KP Brehmer. Nach diesen ersten Erfahrungen, sowohl von Seiten der Künstler wie auch von mir, wie die Verantwortungen bei der Produktion aufzuteilen sind, ging der Weg dann…

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