Ausstellungen: Bremen · von Annelie Pohlen · S. 355
Ausstellungen: Bremen , 2005

Annelie Pohlen

Alice Creischer

»Apparat zum osmotischen Druckausgleich von Reichtum bei der Betrachtung von Armut«
Gesellschaft für Aktuelle Kunst, GAK, 17.6. – 21.8.2005

Zugegeben, gemessen am transportierten Inhalt ist die Inszenierung der ersten Einzelausstellung von Alice Creischer (*1960) in einem öffentlichen Institut in Deutschland durchaus vergnüglich. Sie verwandelt den lang gestreckten Raum mit dem immer auch erholsamen Ausblick auf die träge Weser in einen bisweilen charmanten Installationsparcours. Vom theorielastigen Part ihrer Strategien auf dem Parkett der aktuellen Szene findet man ein reiches Angebot in den Zeitschriften „Texte zur Kunst“ und „Springerin“ auf der ersten Fensterbank.

Im Zentrum steht der „Apparat zum osmotischen Druckausgleich von Reichtum bei der Betrachtung von Armut“. Begleitet wird das Unterfangen von „Erpresserbriefe an die Geisteswelt“, der Publikation nahezu aller „freien und/oder fiktionalen Texte“ von 1983 bis 2003, welche die in Berlin lebende Künstlerin als Akteurin in diversen Kontexten ausweisen. Titel von Ausstellung und Buch vermitteln durchaus inspirierend, wie und wo Alice Creischer als Grenzgängerin zwischen freier Autorin, Kritikerin, Kuratorin, Performerin und bildender Künstlerin im engeren Sinne des Wortes die sachlichen Analyse realpolitischer Gegebenheiten mit dem Versuch verknüpft, die Potentiale der Imagination in einem breit gestreuten Netzwerk von Akteuren zur Überwindung der tatsächlichen Ohnmacht aller kreativen Kräfte auszuloten.

In einer „Legende“ betitelten Handreichung finden die BesucherInnen die aufschlussreiche Bemerkung, der zufolge von Creischers in den beiden letzten Jahren unternommenen Reisen nach Indien und Argentinien vornehmlich der wesentlich kürzere Aufenthalt in Indien den Anstoß für die in der GAK präsentierte Arbeit geliefert habe, „so als ob es mir dort eher möglich gewesen wäre,…

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