Gespräche mit Künstlern · von Heinz Schütz · S. 194
Gespräche mit Künstlern , 1988

Verena Kraft und Kurt Petz

Am Ende sind wir in das
Museum zurückgegangen und haben
die Türe zugeknallt

Ein Gespräch mit Heinz Schütz

Die Zusammenarbeit von Verena Kraft und Kurt Petz beginnt 1979 nach Abschluß ihres Akademiestudiums. Arbeiten wie „Kunstkonserven“, „Kunststück Bank“, „Museumsstücke“, die Gründung der Künstlergruppe A.R. T. und die Eröffnung des A.R.T.-Studios stehen am Anfang einer Reihe von Aktionen, Installationen und Per-formances. Subversiv und störend greifen Kraft und Petz in die Kunstöffentlichkeit ein, wenn sie Museen und Galerien versiegeln oder als „blinde“ Opernbesucher institutionalisierte Kunstmechanismen negieren und zu Bewußtsein bringen. In einem Akt künstlerischer Selbstreflexion und mit der insistierenden Frage nach dem Standort des Künstlers brechen Petz und Kraft gleichsam die institutionalisierten Bedingungen von Kunst an der eigenen künstlerischen Existenz. Als kunstkritische Konsequenz steht seit 1982 die Performance im Zentrum ihrer Arbeit. Das Kunstwerk vollzieht sich hier unablösbar von der leiblichen Präsenz des Künstlers und entzieht sich dadurch seiner den Künstler ignorierenden Verwertbarkeit. Die solchermaßen leiblich-physische Reflexion fordert den Zuschauer heraus, das Visuelle zu übersteigen und sich selbst im Medium des Begriffs zu spiegeln. Einem Zug der Zeit entsprechend scheinen in den neuesten Arbeiten Würdeformen auf und tritt Historisches ins Blickfeld. Allerdings – und hier zeigt sich die Kontinuität der Arbeiten – wird Geschichte im performativen Vollzug zur Herausforderung an die Gegenwart.

Unter dem Primat des Avantgardismus galt die Performance während der siebziger Jahre als die fortgeschrittenste Kunstgattung. Auf der letzten documenta nun gab es zwar eine eigene Abteilung „Live art“, nichtsdestotrotz führte sie ein gewisses Schattendasein. Wie läßt sich das erklären?

KP:…

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