Ausstellungen: Aarau · S. 272
Ausstellungen: Aarau , 1988

Christoph Doswald

ARTEFACT

Speditionsgebäude u. alte Gießerei der Firma Äschbach AG, 30.9 – 1.11.1988

Centre Pompidou, Hamburger Bahnhof. Kunsthaus Zürich, Nationalgalerie Berlin u.a.m. haben sich in ihren letzten Präsentationen der modernen Skulptur verschrieben. Während jedoch die Franzosen noch rhetorisch fragten:“qu’est-ce que la sculpture moderne?“ gibt sich Harald Szeemanns Berliner Inszenierung schon „Zeitlos“. Sozusagen zwischendrin, nicht nur geographisch, ist die Aarauer Ausstellung anzusiedeln. War in Paris noch historisierendes Rückwärtsschauen angesagt, so verklärt die Ausstellung in Berlin das Heute schon zur Geschichte. Berlin und jetzt eben auch Aarau zelebrieren das mittlerweile schon landläufige Paradigma der „Vermählung zwischen Skulptur und Architektur.“

Während „Zeitlos“ noch von der „Gesamtheit des Zusammenwirkens der Arbeiten untereinander und mit dem Gebäude lebt“(Markus Brüderlin im Katalog) also noch von einem weitgehend intakten, abgrenzenden Skulptur-und Architekturbegriff ausgeht, diskutieren die in „Artefact“ gezeigten Werke diese Beziehung in sich.Insgesamt 15 Künstler und Künstlergruppen (Jürg Bohlen, Victor Bonato, B.P., Hans-Dirk Hotzel, Hannelore Landrock-Schumann, Muda Mathis/Käthe Walser, Ursula Mumenthaler, Harald F. Müller, Gilles Porret, Beat Reichlin, Heinz Schaffner, Phillipe Spähni und Andrea Wolfensberger) haben in diesem Zusammenhang je ein Werk in und für diese beiden Räume (Speditionsgebäude und Gießerei) geschaffen.

Hans-Dirk Hotzel,Ursula Mumenthaler, Andreas Wolfensberger und Jürg Bohlen thematisieren in ihren Arbeiten die Beziehung Innen-Aussen im allgemeinen und im speziellen das Verhältnis zwischen Gebäude und Natur. Während Bohlen das Panorama der umliegenden Jura-Landschaft mittels photochemischer Reproduktion auf den Milchglasfenstern der l .Etage zur Aufführung bringt, reduzieren Mumenthaler und Wolfensberger diese Thematik auf die Sichtbarmachung des durch die Fenster, oder eine Öffnung im Dach einfallenden Lichtes. Hotzel, dessen Bodenskulptur bislang…

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