Magazin: Publikationen , 1998

cription de l’Egypte

Vor zweihundert Jahren brach der junge General Bonaparte nach Ägypten auf zu einer Expedition, die eigentlich ein Eroberungsfeldzug war. Der militärische Erfolg blieb aus. Dafür war der Gewinn für die Wissenschaft groß. Zum ersten Mal begleiteten Experten auf den Gebieten der Künste, der Technik, der Naturwissenschaften einen Feldzug. Ihre Ernte war reich und schlug sich nach ihrer Rückkehr nach Paris in der „Désciption de l’Egypte“ nieder, einer minutiösen „Beschreibung Ägyptens“, die den Grundstein für die moderne Ägyptologie legte. Der Taschen Verlag druckte jetzt im Format 20 x 14 cm und 5.5 cm dick den Abbildungsteil dieses historischen Werkes nach.

Es war ein Aufbruch ins Ungewisse. Weder die 38 000 Soldaten, die 10 000 Matrosen, noch die 167 Wissenschaftler wußten, wohin der 29 Jahre alte General Bonaparte sie führen würde. Sie fanden sich alle brav Anfang Mai 1798 in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon ein, das Militär mit wollenen Uniformen im Gepäck. Es war schon heiß, als am 19. Mai sechs Kanonensalven das Auslaufen der Schiffe begleiteten – und nur der Name des Admiral – Seglers hatte den Reisenden andeutungsweise den Weg weisen können: „Orient“ hieß das stolze Gefährt, auf dem sich Bonaparte – zur Empörung so manch eines Republikaners – in königlichen Appartements einrichtete.

Das nach-revolutionäre „Direktorium“ litt bereits unter Achtungsschwund bei den Franzosen. Feldzüge sollten das Image aufpolieren – und die Finanzen sanieren – helfen. Napoleon Bonaparte, ein junger Mann aus Korsika. war der brillanteste Stratege, das hatte er 1796 in Italien bewiesen. Und natürlich fiel die Wahl auf ihn….

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