Titel: Parallele Kunst , 1992

»De Zaak« im Rückblick

Und die Entwicklung von Ton Mars, Hans Scholten und Jouke Kleerebezem bis Heute

Von Paul Groot

Es ist ein merkwürdiger Widerspruch in sich, daß die bildenden Künstler der 80er Jahre auf so bezeichnende Weise danach streben, nicht nur die Entwicklung ihrer Ideen, sondern auch, daran anschließend, die Präsentation derselben soviel wie möglich selbst oder oft als Gruppe in die Hände zu nehmen. Die Gründe hierfür entsprechen sicherlich einem dringenden Bedürfnis, das Kunstwerk-an-sich vor der gleichgültigen, nicht selten feindlichen Außenwelt, die sich nur wenig für die tieferen Absichten interessiert, in Schutz zu nehmen. Auf diese Weise soll ein eigener spezifischer Kontext geschaffen werden, der das Kunstwerk in eine breitere Struktur hineinversetzt und beleuchtet. Kurzum, die oft als feindlich und uninteressiert empfundenen bestehenden Strukturen wie Galerien, Kunstkritik und Museen werden einfach negiert und durch ein eigenes Verteiler- und Informationsnetz ersetzt. Warum sollte man in einer Zeit, in der die soziale Position des Künstlers mehr oder weniger an der Wiege bis zum Grabe versichert ist, damit zufrieden sein, daß der künstlerischen Arbeit das gleiche unsichere und wenig erbauliche Schicksal eines alltäglichen Konsumprodukts widerfährt?

Die Gründung, die Arbeit und schließlich der sanfte Tod der Stiftung „de Zaak“, eines durch Künstler ins Leben gerufenen und gemanagten Ausstellungsraumes in der nordniederländischen Stadt Groningen, erscheint mir als Beispiel bezeichnend dafür zu sein, was sich in der staatlich subventionierten Kunstszene der Niederlande in den letzten zehn Jahren abgespielt hat. Es zeichnet das Bild eines unlösbaren Widerspruchs zwischen den Interessen einer staatlichen Instanz, die, weil sie das jährlich zur…

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