Ausstellungen: Bremen · von Renate Puvogel · S. 385
Ausstellungen: Bremen , 1998

Renate Puvogel

„do all oceans have walls?“

20 Projekte internationaler Kunst in Bremen, 17.5. – 26.7.1998

Nun hat auch die Freie Hansestadt Bremen ihr sommerliches Event, die Suche nach Künstler-Ostereiern im städtischen Raum. Eva Schmidt, Leiterin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst, und Horst Griese vom KünstlerHaus Bremen haben dank großzügiger Sponsoren in Bremen die bislang umfangreichste Darbietung junger zeitgenössischer Kunst auf die Beine gestellt. 20 Projekte verteilen sich auf die Räumlichkeiten der beiden Institute und die der Städtischen Galerie und beidseits der Weser, insbesondere auf der gemeinhin vernachlässigten Neustadtseite zwischen ausrangiertem Vorstadtbahnhof und Polizeiwache, zwischen Galerie und Weserbrücke. Für eine Hafenstadt ist das Motto „do all oceans have walls?“ durchaus passend gewählt; es stammt von der amerikanischen Performerin Laurie Anderson, sie hatte einst die poetische Frage einem lebenslang in ein Zoo-Bassin verbannten Delphin ins Maul gelegt. Es soll mehr Initialzündung sein denn die Künstler als thematische Vorgabe einengen und es könnte herausfordernd als Metapher für all die Fragen stehen, die im weitesten Sinne das Thema ‚Grenze‘ umkreisen: die Kuratoren haben bereits mit ihrer Auswahl nationale Grenzen dadurch gesprengt, daß sie Künstler aus 11 Nationen zusammengeführt haben; wie bei vergleichbaren Veranstaltungen gilt ihre Aufmerksamkeit neben Engländern und Schotten neuerdings den KünstlerInnnen der nordeuropäischen Länder, und es ist positiv zu vermerken, daß mehrere unbekannte Namen auftauchen. Die Kuratoren mutieren selbst halbwegs zu wandernden Kunstwerken, dank der maßgeschneiderten Schuhe, die der Schelm Peter Friedl ihnen unter dem Motto „Bremer Freiheit“ verpaßt hat – Anspielung auf das Gesche-Gottfriedstück von Faßbinder.

Den Eingeladenen gewährt das Thema den größtmöglichen Spielraum,…

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