Biennalen: Düren , 1998

Andreas Denk

„Electric Paper“

Paper Art 7

7. Internationale Biennale der Papierkunst

Leopold-Hoesch-Museum Düren, 6. 9. – 6.12. 1998

Eine der wenigen glücklichen Beziehungen zwischen Kunst und Wirtschaft ist jene, bei denen von „harten“ Standortfaktoren Impulse für „weiche“ ausgehen, ohne daß der finanziell schwächere Partner von vornherein patronisiert und instrumentalisiert wird: Ein Beispiel scheint die Papierbiennale „Paper Art“ zu sein, die das Leopold-Hoesch-Museum in Düren seit 1986 ausrichtet. Das Museum in der alten „Papierstadt“ widmet sich ohne Bemühtheit mit seiner Zweijahresveranstaltung verschiedenen Verwendungszwecken des Holzprodukts: Unter jeweils wechselnden Motti erarbeitet jeweils eine internationale Künstlerauswahl zumeist nur für das Hoesch-Museum konzipierte Arbeiten. Und mit vergleichsweise großer Selbstverständlichkeit fördern die stadtansässigen Papierhersteller wie auch auswärtige Firmen die „Paper Art“, ohne daß Werbeinteressen offenbaren Einfluß auf Konzeption oder Auswahl hätten.

In den letzten Jahren galt das Interesse der „Paper Art“ von vornherein Grenzbereichen der Materialverwendung: Die letzte Ausstellung widmete sich dekonstruktivistischen Tendenzen in der Architektur, die Architekten und Künstler (u.a. Daniel Libeskind, Zaha Hadid, Peter Eisenman) mit papierenen Installationen verdeutlichten. Die „Paper Art 7“ in diesem Jahr zeigt unter dem Titel „Electric Paper“ Papierinstallationen in Verbindung mit neuen Medien. Dabei haben die mehr als zwanzig Künstler mit Video- und Klangarbeiten, Dia- und Lichtprojektionen, interaktiven Räume und einem Internet-Projekt das Spektrum der Möglichkeiten fast flächendeckend ausgenützt.

Künstler, die mit Video arbeiten, haben für die Dürener Ausstellung das Material meist als Ausgangsbasis für Installationen verwendet. Die in Karlsruhe arbeitende Helga Griffiths (*1959) hat die Wände eines Raums mit Bündeln aus gefalteten Modezeitschriften besetzt (Image Control, 1998). Plan zu den leicht in den…

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