Ausstellungen: Hamburg , 1998

Jens Rönnau

Franz Erhard Walther

„Gelenke im Raum“ – Werke 1963-1998

Deichtorhallen Hamburg, 13.3. – 1.6.1998

Die nüchtern-konzeptuelle Strenge des Werkes von Franz Erhard Walther ist in der Hamburger Ausstellung kaum zu spüren, so stofflich warm und raumbelebend wirken in den hohen Deichtorhallen seine präsentierten Werk-Komplexe. Leuchtende Farbakzente aus genähten Stoffobjekten werden in den hellen Ausstellungskojen gesetzt – keine Retrospektive, aber doch eine Werkschau von den sechziger Jahren bis heute, die ihren Schwerpunkt im Umgang mit Architektur und Raumerlebnis gesetzt hat. Erläuternde Originaltexte von Walther („Wortwerke“) sind den Installationen in großen Lettern jeweils an den Wänden zugeordnet.

Die Schau in den Deichtorhallen ist in enger Abstimmung mit dem Kunstverein Hannover entstanden, wo parallel Walthers 58-teiliger „1. Werksatz“ aus der Zeit von 1963 – 1969 thematisiert wird. In Hamburg werden unter dem Titel „Gelenke im Raum“ 20 Arbeiten („Situationen“) aus den Jahren 1963 bis 1998 gezeigt. Obwohl die Ausstellung keine Retrospektive ist, kommt ihr zumindest doch retrospektiver Charakter zu, denn der Wandel im Gesamtwerk Franz Erhard Walthers läßt sich anhand seiner raumbezogenen Arbeiten bestens nachvollziehen.

So beginnt die in einzelne Kojen unterteilende Schau mit „Sieben Werkgesänge“ aus den Jahren 1962/63, teils als Rekonstruktionen. Sie sind überblickshaft in einem Raum zusammengefaßt: der „große gelbe Kasten“ aus Pappe und Papier, Kissenobjekte, Raumaufteilungen durch Schnur, auch „OGGI. Nessel-Papierkissenform (gefüllt) auf einem Stuhl“ und am Boden liegend „Papierkissenform (Hohlkörper)“. Die Arbeiten demonstrieren im Zusammenklang die Walthersche Fragestellung, ob das Kunst-Werk einen Sockel braucht oder nicht. Bekanntlicherweise negierte er diese Frage damals und schuf die Grundlage für das interaktive Kunstwerk, das nicht…

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