Ausstellungen: Frankfurt a.M. · von Christian Huther · S. 356
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 2005

CHRISTIAN HUTHER

German Art

Deutsche Kunst aus amerikanischer Sicht

Städel, Frankfurt/Main, 14.9. – 14.11.2004

Der amerikanische Kaufhauskönig Morton D. May war ein enthusiastischer Sammler deutscher Kunst. Er besaß eine erstklassige Expressionisten-Kollektion und die weltweit größte Sammlung von Gemälden Max Beckmanns. Seine Schätze vermachte May 1983 dem Art Museum in Saint Louis, seiner Heimatstadt am Ufer des Mississippi. Seither erweiterte das Museum diese Sammeltradition mit zeitgenössischen Künstlern. Inzwischen besitzt es die größte zusammenhängende Sammlung deutscher Gegenwartskunst in den USA mit rund 40 Gemälden, Skulpturen, Installationen und Fotos von Beuys bis Gerhard Richter, von Bernd und Hilla Becher bis zu ihren Schülern. Dieser Hort wurde erstmals vor einem Jahr in Saint Louis präsentiert und hat jetzt seine Deutschland-Premiere.

Der Re-Import deutscher Kunst im Frankfurter Städel wird organisiert von der Altana AG, einem im Taunusstädtchen Bad Homburg ansässigen Pharma- und Chemiekonzern, der sich dem transatlantischen Austausch und der Förderung deutscher Kunst in Amerika verschrieben hat. Um nicht nur die Highlights der 14 Künstler aufzureihen, erweitert die Altana-Kuratorin Andrea Firmenich die Schau mit rund 230 Papierarbeiten der Künstler aus europäischen Sammlungen. Diese Leihgaben vertiefen die US-Sammlung mit thematisch Verwandtem, Vorstufen oder Varianten der Hauptwerke. So hat jeder Künstler einen eigenen Raum in der zweigeschossigen Städel-Halle. Von Georg Baselitz ist beispielsweise eine Auswahl seiner Aquarellserie sächsischer Motive zu sehen, aus der er oft Ideen für seine Bilder entnimmt wie in der „Pathetischen Landschaft“ (1970) oder dem „Sitzenden männlichen Akt“ (1976).

Auffällig ist das amerikanische Interesse an politisch inspirierter Kunst. Baselitz etwa malte 1965 im „Bild für die Väter“ grausam zerstückelte Körperteile…

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von Christian Huther

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