Biennalen: Re: Location Shake · von Thomas Wulffen · S. 266
Biennalen: Re: Location Shake , 2005

RE:LOCATION SHAKE

LINZ, NIZZA, BUKAREST, TRNAVA, DANZIG, LUXEMBURG, LÜNEBURG TEXTE VON PAOLO BIANCHI UND THOMAS WULFFEN
FOTOS VON WOLFGANG TRÄGER

Die heutige Kunstlandschaft ist im Wandel: Beziehungen werden neu definiert – auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und globaler Ebene. Die traditionellen Städte des Kunstbetriebs sehen sich aktiven Kunstzentren an der Peripherie gegenüber – durch das erweiterte Europa verändern sich zugleich auch die Bedingungen einer Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst. Normative und exklusive Modelle künstlerischer Praxis verlieren zusehends ihren dominanten Status und werden mit Eigensinn hinterfragt.

Die 2004 unter dem viel- und zugleich nichtssagenden Titel „Shake“ realisierte Ausstellungsserie versammelte Kunsthäuser aus sieben Ländern in einem gemeinsamen Projekt. Das Konzept war, keiner bestimmten Sichtweise zu folgen, sondern „die eigenen Kontexte und spezifischen Realitäten durch wechselseitige Konfrontation miteinander zu bereichern“.

1995 fanden mit der Unterstützung des Europarats erste Gespräche statt. Man verständigte sich darauf, ein kulturelles Wegeverzeichnis zu erstellen, das Kunstzentren ausserhalb der wichtigsten europäischen Hauptstädte miteinander verbindet. Mit der Unterzeichnung der Charta von Linz im Jahr 1999 entstand das Netzwerk „Art Centres of Europe“ (ACE). Initiative Direktoren und Kuratoren wollten es weder beim administrativen Austausch noch bei Lippenbekenntnissen der Notwendigkeit einer Annäherung zwischen Ost und West bewenden lassen, sondern strebten trotz beschränkter Ressourcen nach Grösserem. Dank der Gelder aus dem EU-Programm „Kultur 2000“ entstand die Idee, ein zweiteiliges Projekt mit prozessualen Ansatz zu verwirklichen: „Re:Location 1-7“ und „Re:Location Shake“.

Grenzen überschreiten.Während „Re:Location 1-7“ auf dem bilateralem Austausch von Projektpartnern basierte, um einen Dialog zwischen den Künstlern und Kuratoren über unterschiedliche Realitäten künstlerischer Kontexte zu ermöglichen, verband sich mit…

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