Titel: Im Blickpunkt: China · von Amine Haase · S. 168
Titel: Im Blickpunkt: China , 2005

IM BANN DER FLIESSENDEN ZEIT

DIE PARISER HAUPTAUSSTELLUNGEN
WÄHREND DES „CHINESISCHEN JAHRS IN FRANKREICH“

Zu den Möglichkeiten, die traditionelle Kultur Chinas kennenzulernen, trugen im Wesentlichen eine Reihe von Ausstellungen in Paris bei. Vor allem die große Malerei-Ausstellung im Grand Palais, die sich unter dem schönen Titel „Montagnes célestes“ (Himmlische Berge) der chinesischen Landschaftsmalerei über rund fünfhundert Jahre widmete, gab aufschlussreiche Einblicke in das Kunst-Verständnis, das China über Generationen hinweg prägte. Die geistige Basis hatte zuvor die Ausstellung rund um Konfuzius im Musée Guimet gelegt. Und wer die Kalligraphie in der Bibliothèque Nationale de France sah, konnte den Ursprung der chinesischen Malerei aus der Schrift nachvollziehen. Historische Ausstellungen – zu Kaiser Kangxi oder auch zur Archäologie Sichuans – vervollständigten den Blick auf das ferne Land. Allerdings die zeitgenössische Kunst, die ihren Part in der Schau „Alors, la Chine“ (etwa: China, na und?) im Centre Pompidou spielte, ist dem Westen näher als den Kunstbeobachtern lieb sein kann.

Die beeindruckendste Gelegenheit, sich mit dem Phänomen auseinanderzusetzen, das mit dem Begriff „chinesische Malerei“ nur partiell zusammengefasst werden kann, gab die vom Pariser Museum für Ostasiatische Kunst zusammen mit chinesischen Experten erarbeitete Ausstellung „Montagnes célestes“. Die wichtigsten Museen der Volksrepublik China hatten sich für dieses Prestige-Unternehmen von Hauptwerken getrennt. Allerdings aus Taipeh durfte kein Bild ergänzend dazu ausgeliehen werden. Eine Auswahl aus den berühmten ehemaligen kaiserlichen Schätzen, die von Tschiang Kai-scheck 1949 bei seinem Rückzug vor den Kommunisten auf die Insel Taiwan mitgenommen wurden, war ein Jahr vor der Pariser Ausstellung durch die Initiative der Bundeskunsthalle in…

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