Ausstellungen: Berlin · von Ronald Berg · S. 295
Ausstellungen: Berlin , 2005

RONALD BERG

„Where are you standing?“

Aus der Schenkung Paul Maenz Gerd de Vries

Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, 10.9.2004 – 9.1.2005

Dies ist gar keine Sammlung“, meint Paul Maenz selbst zu den rund 250 Arbeiten, die er und sein Freund und Ex-Galerie-Kollege Gerd de Vries über den Umweg der Graphischen Gesellschaft dem Kupferstichkabinett in Berlin geschenkt haben. Tatsächlich handelt es sich nicht um eine Sammlung von Kunstwerken (die hat Paul Maenz derzeit dem neuen Museum in Weimar überlassen), sondern um ein eher persönliches Archiv von Andenken und Erinnerungsstücken. Es war der Inhalt eines Graphikschranks „mit zehn Schubladen“, der nach dreißig Jahren voll wurde. Die früheren Kölner Galeristen der Jahre 1970 bis 1990 und jetzigen Neuberliner konsultierten daraufhin die Sammlerin Erika Hofmann als Vorsitzende der Graphischen Gesellschaft (dem Freundesverein des Berliner Kupferstichkabinetts) mit der Frage, ob das Material von öffentlichem Interesse sei.

Wer die knapp über hundert jetzt im Kupferstichkabinett ausgewählten Stücke aus besagter Schenkung sieht, wird das ohne weiteres bejahen, trotz – oder gerade weil – vieles einen persönlichen, fast intimen Charakter trägt. Schließlich gehörte die „Galerie für die Kunst der internationalen Avantgarde“ weltweit zu bedeutendsten Umschlagplätzen für Minimal und Concept Art, später dann auch für Arte Povera und Neue Figuration.

Die Ausstellung erlaubt jetzt einen retrospektiven Blick hinter die Kulissen. Selbst die in der Öffentlichkeit sonst so streng wirkenden Hanne Darboven findet sich hier nun mit gemalten Herzchen und „Liebster…“ auf Grußpostkarten wieder. Von Hans Haacke, mit dem die Galerie seinerzeit ihre Tätigkeit aufnahm, stammt die Geburtsurkunde des Sohnes Carl Samuel Selavy mit den…

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