Titel: Globalkunst – eine neue Weltordnung · von Sabine B. Vogel · S. 32
Titel: Globalkunst – eine neue Weltordnung , 2013

Sabine B. Vogel

Globalkunst – Eine neue Weltordnung

I. Kunst heute

Seit der Jahrtausendwende ist es unübersehbar: Im Feld der Kunst finden massive Veränderungen statt. Umbruchsituationen in den Schönen Künsten sind nichts Neues, die gesamte Moderne lebte von der Freude an künstlerischen Innovationen. Im Zehnjahres-Rhythmus lösten sich immer neue Ismen ab, auf Impressionismus folgte Futurismus, Expressionismus, Surrealismus. Jede Kategorie umfasste einen eindeutigen Stil, einen formalen Kanon. Jetzt aber beobachten wir einen gänzlich anderen Prozess. Seit der Jahrtausendwende ist keine stilistische oder formale Tendenz mehr entstanden, stattdessen gehen plurale Wege parallel. Nach einigen Jahren irritiertem Warten auf einen sich doch noch abzeichnenden Kanon können wir heute festellen: Nicht mehr die einzelnen Kunstwerke, der Stil einer Malerschule, eine Technik oder Thematik, Methoden oder Medien der Kunst kündigen eine neue Bewegung an. Es ist das gesamte System, das wir bisher salopp die „Kunstwelt“ nannten, das komplett umgekrempelt wird. Es ist das Ende der dominanten Westkunst, das wir beoachten können. Wäre die Moderne nicht so oft schon als beendet erklärt worden, käme jetzt der Globalkunst diese Aufgabe zu.

In ihrer Einleitung zur Publikation „Art and social change: contemporary art in Asia and the Pacific“ fasst Carloline Turner1 die Situation kurz und knapp zusammen: „In den letzten zehn Jahren haben sich die globalen tektonischen Platten dramatisch verschoben. Um die Jahrtausendwende konnten wird die Anfänge einer erstaunlichen Veränderung der Machtverhältnisse in Richtung Asien erleben, sowohl militärisch als auch wirtschaftlich. Viele Experten vermuten, das sich darin das bevorstehende Ende von fünf Jahrhunderten der Weltherrschaft von zunächst Europa, dann der USA…

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