Ausstellungen: Basel , 1986

Annelie Pohlen

Josef Felix Müller: Skulpturen

Museum für Gegenwartskunst Basel, 19.11.1985-19.1.1986
Städtische Galerie Erlangen, 1.-31.8.1986
Kunstverein Ingolstadt, 7.-28.9.1986
Neue Galerie Aachen, Okt./Nov. 1986
Musée Sainte-Croix Poitiers. Febr./März 1987

Die »Sonne«, eine roh behauene Kugel aus Pappelholz von etwa einem Meter Durchmesser, mit roter Ölfarbe bemalt, liegt auf dem Boden. Ein Stück weiter ein »Kadaver«, auch er aus Pappelholz mehr herausgehauen denn geschnitzt, auch er durch Farbe mehr getränkt denn besetzt. Diese beiden Skulpturen des jungen Bildhauers und Malers Josef Felix Müller als Brückenköpfe zur Annäherung an ein ebenso grausam provozierendes wie emotional vereinnahmendes Werk zu verstehen, ist weniger analytisch denn emotional bedeutsam. Beide Arbeiten nehmen unter den zunächst im Baseler Museum für Gegenwartskunst ausgestellten, dann für lange Zeit auf Wanderschaft durch deutsche und französische Kunstinstitute geschickte Skulpturen eher eine Sonderstellung ein. Wie schon in Müllers Malerei, mit der er Anfang der 80er Jahre vor allem ob der Inhalte, weniger der malerischen Umsetzung wegen, Aufsehen erregte, steht auch in dieser bedeutenden Vorstellung seiner Skulpturen die menschliche Figur im Zentrum. Von der Sonne als Sinnbild des feurigen Energie- und Lebensspenders und zum Tod als der unmittelbar erbebten Empfindung angesichts eines/dieses Kadavers spannt sich ein Bogen über das Werk, in dem Leben und Tod in allen emotionalen, spirituellen, mythisch-kultischen Impulsen verwoben sind und als urtümlich erotisches Energiepotential zwischen Lust und Gewalt, Animalität und Spiritualität in den Raum ausstrahlt. Müllers aus Pappelholz roh herausgeschlagene und herausgeschnittene Figuren, gewaltige Menschen, in erotisch-sexueller Handlung miteinander verbundene Männer-Gestalten in der Mehrzahl der ausgestellten Arbeiten, aus ihrer Handlung heraus in einer…

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