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Ausstellungen: Tübingen · S. 315 - 316
Ausstellungen: Tübingen , 1988

Johannes Meinhardt
Just Music

Free Fun Spectacle
Nonnenhaus, 28.6.1988

Just Music – Ulrike Helmholz, Koho Mori, Pit Schmidt – greift die umfassende Ausweitung des Begriffs ‚Musik‘ auf, die vor allem Anfang der sechziger Jahre durch John Cage, Fluxus und die verschiedenen posttonalen und postseriellen Avantgarden der Musik betrieben wurde, und treibt sie weiter: Wichtige Anreger dafür kommen aus Free Jazz (Ornette Coleman, Cecyl Taylor) und aus der New Yorker ‚art and noise‘-Szene (David Moss, Arto Lindsay, John Zorn, Fred Frith). Seit 1983 arbeiten die drei Musiker und Künstler an einer Verflechtung verschiedenster prozessualer Künste (Malerei als Prozeß, Tanz, freie szenische Aktion, Klangerzeugung jeder nur denkbaren Art) unter dem Oberbegriff ‚Musik‘, wobei – wie im Fluxus – ‚Musik‘ der Gattungsname für Organisation in der Zeit und von Zeit überhaupt ist. Die verschiedenen Verfahren, die dabei eingesetzt werden, subsumieren sich nicht mehr unter eine allgemeine und einheitliche Ordnung (wie dies ein Grundrhythmus als geregelte Bewegung in der Zeit wäre, oder ein Tonsystem als System definierter Relationen und Abstände), sondern variieren und bearbeiten unterschiedlichste und ungeordnete Materialien, die keine systematischen Gemeinsamkeiten mehr besitzen.

Anstelle der Kompositionsregeln im tonalen System treten dabei offene Verfahren der Repetition und der Schichtung: Hier gibt es einige Berührungspunkte mit ‚minimal music'(vor allem mit Steve Reich). Doch besteht bei Just Music schon das Ausgangsmaterial überwiegend aus Geräuschen oder Überlagerungen von musikalischen Materialien, die keine positive oder synsthetische Einheit der Schichtung mehr herstellen. Pit Schmidt (Saxophon, ‚Loops‘ und ‚Killing Tapes‘) stellt Tonbänder her, die auf meist vier Spuren vier voneinander unabhängige Sequenzen oder…


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