Titel: Neue Abstraktion , 2010

Karsten Konrad

Die abstrakten Plastiken des Berliner Künstlers Karsten Konrad wirken zugleich fremd und merkwürdig vertraut, chaotisch und harmonisch. Es sind mehr oder weniger große Wandreliefs, freistehende Objekte und raumgreifende Installationen, die als Assemblagen aus zugesägten Spanplatten und gefundenen Alltagsgegenständen zusammengesetzt sind. Die unterschiedlichsten Elemente, ein Stuhlbein, Spielzeug oder ein Kunststoffbogen, dessen ursprüngliche Funktion nicht mehr zu bestimmen ist, sowie immer wieder Streifen und Flächen aus Presspan, finden in ihnen wie dreidimensionale Puzzleteile zu einem stimmigen Ganzen zusammen.

Manche der Wandarbeiten spielen mit den Gattungsgrenzen, wenn sie trotz ihres Objektcharakters an konstruktivistische Malerei erinnern. Wie bei Intarsienarbeiten hat Konrad hier aufgesammelte Holzstücke und angepasste Spanplattenteile zu einer schlüssigen Bildoberfläche vereint. Einige der neueren Objektbilder sind auf wenige Elemente reduziert und wirken in ihrer emblematischen Klarheit wie Logos. Andere verzichten auf derartige Geschlossenheit, so dass sich einzelne Bestandteile aus der Fläche lösen und bisweilen in den Raum hineinstreben.

Diese Durchdringung des Raums findet ihre Vollendung in den freistehenden Objekten. Sie stützen sich meist auf nur wenige Punkte oder eine kleine Fläche und scheinen so fast zu schweben. Auf derart schmaler Basis laden die zur kohärenten Einheit zusammengefügten, zugleich aber ihren jeweiligen Form- und Materialcharakter behauptenden Einzelteile in den Raum aus. Beim Umschreiten einer solchen Figur ergibt jede neue Perspektive eine andere schlüssige Komposition. Hier und da gibt ein Element seine frühere Identität preis und der Betrachter erkennt belustigt einen Ski oder den Griff einer 50er Jahre Kommode, doch verliert sich ein solches Detail schnell wieder im Kontext des Ganzen.

Die Verwendung von Alltäglichem erinnert zunächst…

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von Verena Ummenhofer

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