Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2000

KEINE AUSSTELLUNGSHONORARE

Schriftsteller bekommen Honorare für ihre Lesungen. Wenn Musikstücke im Radio gespielt werden, zieht die GEMA Tantiemen ein und leitet sie an die Komponisten und Interpreten weiter. Seit Jahren fordern die Künstlerverbände eine ähnliche Regelung auch für den Ausstellungsbetrieb: Ein Anspruch auf Vergütung bei der öffentlichen Zurschaustellung von Kunstwerken soll im Urheberrecht verankert werden, so die Forderung der Künstlerlobby. In Umfragen haben die Kulturfachleute fast aller im Bundestag vertretenen Parteien zumindest verbale Sympathien für die Idee bekundet. Doch von Kulturstaatsminister Michael Naumann werde es „hierzu keinerlei Initiative geben“, erklärte dessen Vertreter Staatssekretär Knut Nevermann unlängst auf einer Veranstaltung in Berlin, die BBK und HdK organisiert hatten. Nevermann: „Die Künstler können doch nicht wollen, dass Baselitz noch reicher wird“. Die Veranstaltung endete „fast tumultartig“, berichtete das Blatt „IG Medien NRW aktuell“ in seiner Novemberausgabe. Der Berliner BBK hat daraufhin alle anderen Landesverbände, die IG Medien und die IGBK (Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste) zu Protestaktionen aufgerufen.

30 JAHRE KULTURFORSCHUNG

In Bonn wurde im Herbst 1969 das Zentrum für Kulturforschung GmbH gegründet. Ursprünglich war es unter dem Namen „SPIEGEL-Institut für Projektstudien“ als Initiative von Rudolf Augstein und Günther Gaus an das Hamburger Nachrichtenmagazin angebunden, sollte mit seinen Forschungsergebnissen dem „Spiegel“ Hintergrundmaterialien liefern. Der Literaturkritiker Fritz J. Raddatz war Gründungsdirektor gewesen. Ab 1972 entwickelten Karla Fohrbeck und Andreas J. Wiesand daraus ein unabhängiges Institut zu kulturpolitischen und kultursoziologischen Erhebungen. So legten sie 1972 den „Autoren-Report“ und 1975 den „Künstler-Report“ vor. Erstmals gab es nun verläßliche Daten über die soziale und materielle Lage der Literaten und…

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