Titel: 51. Biennale Venedig · von Amine Haase · S. 318
Titel: 51. Biennale Venedig , 2005

AMINE HAASE

Kunst im Zeitalter des globalen Terrorismus

EINE CHANCE ZUR VERSTÄNDIGUNG WURDE VERTAN
AMINE HAASE IM GESPRÄCH MIT GREGOR SCHNEIDER

„Weil er (der Kubus) ein universell anerkannter Standard ist, wird vom Betrachter keine Intention verlangt.

Man versteht sofort, dass der Würfel einen Würfel darstellt, eine geometrische Figur, die unbezweifelbar sie selbst ist.“

Sol LeWitt, zitiert nach „Der Kubus“ (1966) in „Minmal Art – Eine kritische Retrospektive“,herausgegeben von Gregor Stemmrich, Dresden und Basel 1995, S. 185.

Bei den Arbeiten von Gregor Schneider geht es um Raum, um Räume, sichtbare und versteckte – wie in dem „Toten Haus u r“, für das er auf der Biennale Venedig 2001 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Ein wichtiger Aspekt ist die Verdoppelung. Für die Biennale 2005 hatte er den „Cube Venice 2005“ geplant. Er erhielt aber keine Baugenehmigung. In einem Gespräch mit Amine Haase erläutert Gregor Schneider den Plan und dessen Scheitern in Venedig.

Was fasziniert Sie am „Raum“ des „Cube Venice 2005“ ?

„Cube Venice 2005“ ist formal eine, abstrakte übergroße Skulptur. Sie ist nicht eine Rekonstruktion der Kaaba in Mekka. Dieser Satz sagt eigentlich schon alles. „Cube Venice 2005“ ist in Material, Aussehen und Funktion eine eigenständige Skulptur. Alles andere ist Interpretation. Die Stärke dieser Form ist, dass sie frei ist.

Wenn man vom Aspekt der Verdoppelung ausgeht, der ja in Ihren Arbeiten eine wichtige Rolle spielt, liegt dann nicht die Annahme nahe, es handle sich um ein Spiegelbild der Kaaba?

„Cube Venice 2005“ ist nicht ein Spiegelbild der Kaaba; das hätte anders ausgesehen, und er ist auch kein…

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