Ausstellungen: Sharjah · von Michael Hübl · S. 385
Ausstellungen: Sharjah , 2007

Michael Hübl

Lore Bert: Stationen

»Quellen der Zukunft«

Sharjah Art Museum, 2007

Am Anfang war die Zeichnung. Später kam das Wort hinzu. In 36 Räumen, die – 18 links, 18 rechts – an einem langen Gang aufgereiht sind, ist im Sharjah Art Museum die große Retrospektive zu sehen, die als Wanderausstellung anlässlich des 70. Geburtstags von Lore Bert konzipiert wurde und deren Auftakt 2006 im Ludwig Museum im Deutschherrenhaus Koblenz stattfand. Collagen, Objekte, Papierinstallationen bestimmen das Bild. In einem der Räume sind – eher als Anmerkung, denn als Hauptsache – einige Zeichnungen aus den 1950er Jahren zu sehen. Damals, am Anfang ihrer Entwicklung studierte Lore Bert an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Berlin und an der Werkkunstschule (WKS) Darmstadt, wo sie aufgewachsen ist. Damals unternahm Lore Bert auch erste Studienreisen nach Paris, Italien, Sizilien, Spanien.

Fünf Arbeiten aus jener Zeit sind im Sharjah Art Museum ausgestellt: ein auf das Profil fokussiertes Porträt der Mutter, sowie Pflanzenstudien, welche die junge Künstlerin mit präzisem, festem Strich zu Papier gebracht und zu immer weiter gehender Abstraktion vorangetrieben hat. Blattformen verwandeln sich in kühne Bögen und schwungvolle Linien, die von den Konturen der Blätter und ihren perspektivischen Überschneidungen abgeleitet wurden. Der reale Bezug zu den Gewächsen bleibt erkennbar, und doch könnte der graphische Duktus freier Erfindung entsprungen sein. Unter dem Eindruck der arabischen Umgebung, aber auch im Kontext ihres späteren Werks zeigt sich sogar ein skripturales Moment. Der Schwung der Linien stellt sich als frühe Vorwegnahme jener Arbeiten dar, auf denen Lore Bert Begriffe…

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