Ausstellungen: Düsseldorf · S. 297
Ausstellungen: Düsseldorf , 1986

Sabine Schütz

P.P.M.-Kasematte KD-2

Düsseldorf
13.9. -31.10.1986

»Kasematte« ist italienisch und bezeichnet einen schußsicheren Raum auf Festungen und Kriegsschiffen. Die mehrere hundert Meter langen Kasemattenanlagen, die am Düsseldorfer Rheinufer – zwischen Pegeluhr und neuem Landtag – heute vor sich hingammeln, wurden ehemals als Lager- und Stauraum von Reedereien genutzt, später dann zweckentfremdet und zum inoffiziellen Nachtlager für Obdachlose umfunktioniert. Unterhalb der Rheinuferpromenade gelegen, ist die Beleuchtung in diesen klammen Gewölben spärlich – die richtige Atmosphäre für Tausende von Spinnen und anderes Kleingetier. Hier unten eine Kunstausstellung zu veranstalten, war schon ein mutiger Gedanke, den fünf Düsseldorfer Künstler im Herbst 1984 erstmalig in die Tat umsetzten. Unter der Schirmherrschaft eines mysteriösen Paul Polozza gründeten sie das gleichnamige Museum und stellten mit Hilfe des Kulturamtes die erste Kasematten-Kunstschau auf die Beine. Vom 13. September bis zum 31. Oktober fand dort nun die zweite Ausstellung des Paul Polozza-Museums statt – und leider auch die letzte, denn die Stadt Düsseldorf hat beschlossen, diesen unhygienischen und unheimlichen Ort für immer zuzumauern.

Das ist sehr schade, denn die 175 Meter lange, düstere Raumflucht – mit herrlichem Blick auf den Rhein und das Oberkasseler Ufer – stellt eine echte Herausforderung dar, der die 33 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler, ohne Rücksicht auf musealen Ästhetizismus, nach Herzenslust nachkamen. Fast alle der ausgestellten Arbeiten entstanden vor Ort und werden im Anschluß an die städtische Schließungsaktion auf ewig in der dunklen Gruft begraben sein.

Dementsprechend stand die Auseinandersetzung mit dem Raum, mit seinen Betonwänden, Mauervorsprüngen, Nischen, Böden, Decken und Öffnungen im Mittelpunkt der einzelnen Arbeiten. Von…

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