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Ausstellungen: Berlin · von Thomas Wulffen · S. 294 - 294
Ausstellungen: Berlin , 2004

THOMAS WULFFEN
Paul Pfeiffer, Santu Mofokeng

Galerie carlier/gebauer, Berlin, 11.11. – 20.12.2003

Zweiundzwanzig Minuten sind eine kurze Zeitspanne. Für die Betrachtung eines Kunstwerks aber würde der gewöhnliche Besucher eine geringere Zeitdauer angeben. Derartige Fragen kommen einem in den Sinn, wenn man sich in der Galerie Carlier/gebauer dem neuen Werk von Paul Pfeiffer gegenüber sieht. Der New Yorker, geboren 1966 in Honolulu, ist durch Videoarbeiten berühmt geworden, deren technische Brillanz sich durch die Auslassung wesentlicher Inhalte zeigt. So hat er in dem Video ,The long count‘ einen wichtigen Kampf Muhammad Alis abgebildet, wobei die Kombattanten ausgeblendet sind.

Für die Arbeit ,Morning after the deluge‘ gilt ein umgekehrtes Verfahren. Zu sehen ist ein Sonnenaufgang. Mit dem Titel bezieht sich Paul Pfeiffer auf ein Gemälde von William Turner. Paul Pfeiffers Videoprojektion ließe sich auf diesem Hintergrund als eine zeitgenössische Form des Gemäldes sehen. So wie ein Gemälde ein Kondensat sehr vieler Ansichten eines Sujets sein kann, so ist auch diese Videoarbeit ein komplexe Sammlung von Bildern des Sonnenuntergangs bei Cape Cod. In einem Gespräch mit dem Bomb Magazine äußert sich Paul Pfeiffer zu der Vergleichbarkeit von malerischen und elektronischen Medien: „Ich neige dazu mir die Kontinuitäten zwischen etwas vorzustellen, was so alt ist wie ein Gemälde und der realen Übertragung eines Basketball-Spiels.Die Art wie das Spiel aufgenommen, festgehalten wird, verdankt sehr viel der Malerei. Das Spiel selber wurde transformiert indem es es dem Medium Fernsehen angepasst wurde. Bestimmte Begrenzungslinien wurden verschoben, damit mehr Aktion vor dem Tor stattfinden kann. Die Kamera wurde so installiert, dass der…


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