Ausstellungen: Köln · von Per Kirkeby · S. 332
Ausstellungen: Köln , 2004

JÜRGEN KISTERS

Per Kirkeby

Galerie Werner, Köln, 29.10. – 20.12.2003

Per Kirkeby ist einer der unumstößlichen Maßstäbe, wenn es um gegenwärtige Malerei geht. Schließlich hat der gebürtige Däne (Jahrgang 1938) wie kein anderer zeitgenössischer Maler seit langem einen Punkt erreicht, an dem das Verhältnis von Avantgarde und Tradition, Abstraktion und Figuration, Experiment und solider malerischer Konstanz kein Problem mehr darstellt. Unbeeindruckt von allen Kunsttendenzen der letzten Jahrzehnte gräbt er sich mit einer bewundernswerten Eigenständigkeit durch das Dickicht der Farben und verlässt sich ganz auf sich selbst und seine Natur-Erfahrung, aus der er nicht herausfallen kann. Auch seine neuen Arbeiten, wie stets in der Galerie Werner präsentiert, bilden da keine Ausnahme. Keines der Bilder erscheint dabei neu und überraschend, und doch verströmt jedes von ihnen eine malerische Frische und Kraft, die nur einen Vergleich kennt: das Gesetz der Natur, die in ihrer beharrlichen Wiederkehr nicht den Zwang, sondern die Möglichkeit der Wiederholung fortwährend neu zum bezaubernden Faszinosum macht.

Niemand sonst unter den lebenden Malern bringt so sinnlich und plausibel die Tatsache der allem zugrundeliegenden Natur in den Blick, ohne sich dabei auch nur eine Spur in den schönen Schein traditioneller Naturdarstellungen zu verfangen. Keine Idylle, keine geschlossene Oberfläche, keine romantisierenden Impressionen, die um eindeutige Gestalten kreisen. Kirkebys Naturstudien sind von anderer Art: tiefer und komplexer, indem die bewegt-undurchsichtigen Geflechte von Farben und Spuren so vielgestaltig durchtrieben und eigensinnig wie die Natur selber sind. Voller Wucherungen und vorwitziger Sprossformen, eines mit dem anderen verwachsen, in vielfachen Überlagerungen und Durchdringungen, Formen in Andeutung und Formen im Verschwinden,…

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