Gespräche mit Kunstkritikern · von Jürgen Raap · S. 431
Gespräche mit Kunstkritikern , 2008

Plädoyer für die Leidenschaft

Jürgen Raap im Gespräch mit Karlheinz Schmid

Karlheinz Schmid, Jahrgang 1953, studierte Malerei und Kunsttheorie. Er arbeitete als Journalist u.a. für „Kunstforum“, „Art“, „Spiegel“, „Stern“, „Die Zeit“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ sowie für diverse Rundfunk- und Fernsehsender. Schmid war auch Dozent an der Universität Lüneburg/Fachbereich Kulturwissenschaften und Gastprofessor an der Kunstakademie Nürnberg. 1991 gründete er zusammen mit Gabriele Lindinger das Unternehmen „Lindinger + Schmid“, in dem die „Kunstzeitung“, der „Informationsdienst Kunst“ und das „Kunstjahr“ sowie Bücher verlegt werden. Soeben erschienen in der neuen Reihe „Ratgeber Kunst“ von Karlheinz Schmid die drei Bände „Erfolgreich Sammeln“, „Traum-Karriere Künstler“ und „Unternehmen Galerie“.

Jürgen Raap: Der Name „Lindinger + Schmid“ steht für kritischen Kunstjournalismus. Vor allem der „Informationsdienst Kunst“ beleuchtet immer wieder die Strukturen des Kunstbetriebs mit seinen personellen Verwobenheiten, Machenschaften, Verstiegenheiten, Fehlentwicklungen und auch manchmal recht handfesten Skandalen. Gleichzeitig betreibt Ihr ein „Büro für Kunst und Öffentlichkeit“ und bietet ebenso Kunstberatung an. Kann man bei dieser breit angelegten Palette an Vermittlungsaktivitäten nicht gelegentlich in einen Interessenskonflikt geraten, wo es auf der einen Seite doch um investigativen und engagierten Journalismus geht, auf der anderen Seite aber Künstler, Galeristen und Sammler die Kunstkritiker immer wieder als PR-Gehilfen zu instrumentalisieren versuchen? (Du selbst hattest ja kürzlich in einem Kommentar beklagt, dass es in der heutigen Medienlandschaft kaum noch „echte“ Kunstkritik mit richtigen Verrissen gäbe.)

Karlheinz Schmid: Natürlich ist’s immer eine Gratwanderung, wenn man unabhängigen Journalismus und zugleich PR-Arbeit macht. Aber Gabriele Lindinger und ich haben in den vergangenen 16 Jahren gezeigt, dass wir einerseits unser Know-how…

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