Ausstellungen: Paris , 2011

Fabian Stech

Richard Prince

»American Prayer«

Bibliothéque Nationale de France, Paris, 29.3 – 26.6.2011

Richard Prince ist mit Jeff Koons und Damien Hirst einer der “großen Drei” des zeitgenössischen Kunstbusiness. Anfang der 80er Jahre beginnt er mit seinen “rephotographies” des Marlboro-Manns. Spätestens seit dem Skandal um das re-fotografierte Bild mit der nackten lasziven zehnjährigen Brooks Shields im Jahr 1983, das noch 2010 aus einer Ausstellung der Tate Gallery entfernt wird, ist er ein Star. Mit Koons und Hirst verbindet ihn nicht nur die schwindelerregende Höhe der Preise seiner Werke. Auch ihren expliziten Bezug auf Marcel Duchamps Readymade haben die “Big Three” gemeinsam. Daraus resultierten immer wieder Urheberrechtsstreitigkeiten. Den letzten Prozess gegen den unbekannten französischen Fotografen Patrick Cariou von dem Richard Prince 41 Fotografien usurpierte, verloren er und sein Galerist, Larry Gagosian, gerade. Die Bilder müssen zurückerstattet werden. Was mit ihnen geschehen wird, ist unklar.

Jeff Koons präsentierte 2010 im Schloss von Versailles eine große Einzelausstellung. Dieses Erfolgsmodell wurde von Bruno Racine, dem Direktor der Bibliothek übernommen, der Richard Prince als Künstlerstar auswählte. Die vier aufgeklappten Büchern ähnelnden Türme der BNF hatte noch Mitterand in Auftrag gegeben. Dominique Perrault erbaute sie am Ufer der Seine um ein mit Kiefern bepflanztes Atrium. Seit dem Auszug aus der Rue Richelieu im ersten Arrondissement im Jahr 2000 verkörpert nun das neue Gebäude der Bibliothek den französischen Geistesadel ebenso wuchtig, wie Versailles die Monarchie repräsentiert. Als Ausgangspunkt der Ausstellung dient Richard Princes eigene Sammlung bibliophiler Erstausgaben. Sie zählt zu den größten Privatsammlungen von Americana innerhalb der USA. Von…

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