Ausstellungen: Köln , 2004

HANS-JÜRGEN HAFNER

Roman Ondák

„Spirit and Opportunity“

Kölnischer Kunstverein, 1.5. -27.6.2004

Die Arbeiten, die Roman Ondák (Jg. 1966) für seine aktuelle Ausstellung „Spirit and Opportunity“ im Kölnischen Kunstverein versammelt, verhalten sich zueinander. Es scheint so, als würden sie eine Art Kontinuum andauernder Korrekturen aneinander oder, besser noch, Justierungen zueinander herstellen.

Das spektakuläre Hauptstück der Schau fungiert gleichzeitig als ihr Titelgeber. „Spirit and Opportunity“ (2004) ist in den langgestreckten, von beiden Seiten her einsehbaren Ausstellungsraum der „Brücke“ eingepasst: ein Stück fremdartiger Landschaft; kompakt ist sie aus mit feinem, roten Sand überstreuten Estrich gebildet, aus dessen organisch geformter, sanft in den Raum hinein aufsteigenden Oberfläche ragen schrundig-rauhe Geröll- und Steinbrocken heraus. Der Eindruck, den diese spezifisch für ihre Umgebung hergestellte Raumplastik hervorruft, pendelt zwischen Archaik und Futurismus: Spuren, Abdrücke vieler (Sneakers-)Sohlen zeugen von Leben auf diesem Stück, ich sage mal: ´Mars´. Denn es sind genau solche Robotersonden-Aufnahmen, die medial vermittelten Bilder von Planeten-Erkundungen, an die Ondáks (re-)konstruierender Eingriff erinnert. Damit unweigerlich verbunden: Die vielen möglichen Spekulationen und Erwartungen, utopische Hoffnungen wie Befürchtungen mit Blick gerade auch auf extraterrestrisches Leben. Vor allem aber ist „Spirit and Oppoprtunity“ eine im Ausstellungsraum situativ hergestellte Realität und zugleich ein theatrales Tableau: „Spirit and Opportunity“ bildet eine Bühne, die vom Ausstellungspublikum bespielt wird.

Doch das Theatrale zieht sich ohnehin wie ein roter Faden durch diese Ausstellung. Im weitläufigen Foyer/Treppenhaus sorgt etwa ein weiterer Eingriff Ondáks für eine kaum merkliche Verfremdung. Der Künstler hat schlicht die Fensterfront (dem Eingang zum Kunstverein gegenüber) durch Spiegel ausgetauscht. Damit reflektiert er den Zustand des Dazwischen, unterstreicht so…

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von Hans-Jürgen Hafner

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