Ausstellungen: Marl , 1996

Claudia Posca

Schweben – Antigrav in der Plastik

Skulpturenmuseum Glaskasten,

Marl,12.11.1995 – 14.1.1996

Vorangegangen sind Ausstellungen wie 1982 „Fragile Skulpturen – Linie und Raum in der Plastik seit 1945“ und 1985 die Präsentation „Labile Skulpturen“, mit denen sich das Marler Skulpturenmuseum einen interessanten und nicht minder wichtigen Themenkomplex erarbeitete. Jetzt schließt sich mit „Schweben – Antigrav in der Kunst“ eine weitere Ausstellung zum Thema an, die jedoch weitaus expliziter dem in den früheren Beiträgen eher beiläufig erwähnten Schweben in der Plastik auf der Spur ist und mit Kunstwerken der neuen Technologien die 1991/92 in Berlin gezeigte Schau „Schwerelos“ ergänzt.

Ausgehend von der Beobachtung, daß das 20. Jahrhundert durch eine zunehmende Entmaterialisierung in den unterschiedlichsten Lebensbereichen gekennzeichnet ist, angefangen bei der Eroberung des Raumes und der Zeit durch technologisch-industrielle Entwicklungen u.a. im Bereich der Eisenbahn, der Luftfahrt, der Fotografie, des Telefons, des Computers bis hin zur intelligenten Technologie des heutigen Tages, beabsichtigt die Ausstellung „die Art des Verlustes an materieller Substanz in der dreidimensionalen Kunst zu vermitteln und die Kontinuität der Entwicklung aufzudecken“. (Uwe Rüth im Katalogvorwort)

Erste Versuche, die Welt zum Schweben zu bringen, gab es um 1914/15. Die Eck-Reliefs von Wladimir Tatlin fallen hier unmittelbar ein, wobei der Marler Katalog interessanterweise auf eine leider nicht mehr erhaltene, jedoch fotografisch dokumentierte Papierarbeit von Georges Braques aus dem Jahre 1914 verweist, die schon vor Tatlins Eckreliefs ein über dem Boden schwebendes, in eine Ecke eingepaßtes Stilleben zeigt. Nicht zu vergessen auch das berühmte Flugobjekt „Letatlin“, in dem sich der Traum vom Fliegen am wohl deutlichsten darstellt.

Später griffen…

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von Claudia Posca

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