Kunstforum-Gespräche , 2012

Strategien für junge Künstler im Überlebenskampf

Robert Fleck im Interview mit Helga Meister

Der Intendant der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, Robert Fleck, erhielt einen Ruf an die Kunstakademie Düsseldorf als Professor für Kunst und Öffentlichkeit. Im Gespräch mit Helga Meister erklärt er, wie er sich seine neue Aufgabe vorstellt, ohne die alte zu vernachlässigen.

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Helga Meister: Sie übernehmen im Frühjahr eine Professur für Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Düsseldorf. Diese Professur gab es schon einmal, 1985 wurde Kasper König berufen, der vier Jahre blieb und dann an die Städelschule ging, deren Rektor er wurde. König kuratierte damals auch Großausstellungen wie „Westkunst“ 1981 in Köln und „Von hier aus“ 1984 in Düsseldorf. Haben Sie diese Ausstellungen als Student gesehen?

ROBERT FLECK: Ich sah „Westkunst“, weil mich junge Künstler aus meiner österreichischen Heimat wie Franz West zum Aufbau des „Heute“-Teils holten. Ich erinnere mich an eine Szene, die ein bisschen auch das Thema dieser Professur betrifft: Wir hängten ihre Arbeiten und aßen anschließend abends gemeinsam, wobei sich alle Künstler richtig kennen lernten. Als ich am nächsten Morgen als erster wieder zum Aufbau kam, war alles abgehängt. Die Galeristinnen Ursula Krinzinger und Rosemarie Schwarzwälder aus Wien waren mit dem Nachtzug angereist, fanden die Hängung nicht gut und hängten alles ab. Die Künstler waren wütend und baten mich, mit ihnen zu sprechen. Sie sagten, sie könnten es nicht, denn sie seien von ihnen abhängig. Ich könnte das eher, denn ich sei kein Angestellter. Ich ging hin und sagte ohne Einleitung, dass ich…

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von Helga Meister

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